Arbeitsregulation in Projektnetzwerken. Eine Strukturationstheoretische Analyse**
Industrielle Beziehungen › Band 11 Nr. 4, Oktober 2004
Angeknüpft als:
Industrielle Beziehungen › Band 11 Nr. 4, Oktober 2004
Angeknüpft als:Zusammenfassung
Project-based industries receive more and more attention today. However, we know very little about labor regulation in these industries. Are traditional methods of employment regulation still relevant in these industries or do they display non-traditional forms of employment regulation? We examine these questions using, as an example, the German television production industry with its special form of inter-firm network, the project network,.
We show that forms of collective employment regulation do exist beyond the islands of regulation in the traditional sense. Institutions like professions and social systems as project networks, regions, and the industry are the basis of collective employment regulation. However, they exhibit a different nature as compared with dual system, and are segmented and fragmented. Theoretically, we present a structurationist concept of collective employment regulation (in project networks).Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
Auszug
Arbeitsregulation in Projektnetzwerken. Eine Strukturationstheoretische Analyse**
1. Einleitung: Projektbasierte Arbeitsformen und Arbeitsregulation
Projektbasierte Formen ökonomischer Koordination finden sich heute nicht nur in vielen Industrien westlicher Industriestaaten, ihnen wird auch hohe Aufmerksamkeit zu teil (vgl. Castells 1996). Unser Wissen über die Implikationen projektbasierter Koordination für die Arbeitsregulation ist allerdings noch immer recht gering (vgl. aber z.B. die Studien von Batt et al. 2001 und Braczyk et al. 2000). Schaut man auf das deutsche System industrieller Beziehungen, dann muss man fragen: Ist das duale System der Interessenvertretung den neuen Herausforderungen projektbasierter Industrien gewachsen oder finden sich in diesen Industrien Formen der Arbeitsregulation jenseits der traditionellen? Und falls neue Formen der Arbeitsregulation existieren, brauchen wir dann auch neue theoretische Ansätze, um sie überhaupt in den Blick zu bekommen und um ihre (Re-)Produktion und Bedeutung erfassen zu können?Die ,,projectification of the firm" (Midier 1995) oder ganzer Industrien stellt das deutsche System industrieller Beziehungen vor weitere und neue Herausforderungen: Es befindet sich bereits in einem grundlegenden Veränderungsprozess oder gar in ,,Erosion" (Hassel 1999), z.B. durch Unternehmungsvernetzung (vgl. speziell dazu Wirth 1999). Projektnetzwerke, die in der Medienindustrie, Softwareproduktion und Biotechnologie, aber auch in traditionellen Industrien wie der Bauwirtschaft auftreten oder sogar schon zur dominanten Koordinationsform geworden sind, verschärfen nun die Situation. Sie sind eine besondere Art Unternehmungsnetzwerk. Zumeist kleine Unternehmungen, nicht selten Ein-Personen-Unternehmungen, koordinieren in der Regel Aktivitäten in Projekten von kurzer Dauer an unterschiedlichen Arbeitsorten. Zentrale Voraussetzungen des dualen Systems, der Großbetrieb mit einer relativ stabilen Belegschaft an einem Ort (vgl. dazu z.B. Müller-Jentsch 1997), finden sich damit gerade nicht in diesen projekt(netzwerk)förmigen Kontexten. Arbeit wird in von Projektnetzwerken gekennzeichneten Industrien gleichwohl reguliert, nur in einer ganz anderen Form als in traditionellen Branchen.Wir zeigen in diesem Beitrag am Beispiel der Fernsehindustrie, dass in Industrien, in denen Projektnetzwerke existieren, durchaus kollektive Formen der Arbeitsregulation auch jenseits von Inseln traditioneller Arbeitsregulation im dualen System industrieller Beziehungen vorliegen. Institutionen wie Professionen und Sozialsysteme wie Projektnetzwerke, Regionen und die Industrie sind die dafür wichtigen Bezugspunkte, da sie jeweils Aktivitäten und Beziehungen verschiedener Akteure zu bestimmten sozialen Praktiken bündeln. Die über diese Institutionen und Sozialsysteme vermittelten sozialen Praktiken mit ihren Arbeitsregulationen besitzen, allein schon weil sie hochgradig fragmentiert und segmentiert sind, nicht die gleiche Qualität wie Regulationen im dualen System industrieller Beziehungen. Um die Qualität dieser "anderen" Arbeitsregulation zu erfassen, ist es zunächst wichtig festzuhalten, dass die Akteure ihre Ak...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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