Berufliche Chancengleichheit von Frauen Und Männern. Eine Empirische Untersuchung Zum Gender Pay Gap**

Zeitschrift für PersonalforschungBand 23 Nr. 3, Juli 2009

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Auszug


Berufliche Chancengleichheit von Frauen Und Männern. Eine Empirische Untersuchung Zum Gender Pay Gap**

1. Einleitung

Zahlreiche Statistiken (2. B. Europäische Kommission 2008) 2ur Entlohnung von weiblichen und männlichen Beschäftigten und 2ur Stellenbeset2ungspolitik in Organisationen 2 eigen recht deutliche Unterschiede in der Verteilung der beruflichen Chancen für Frauen und Männer. Die Gründe dafür sind vielgestaltig und werden nicht selten vor dem Hintergrund ideologischer Grabenkämpfe diskutiert (vgl. "Das Dossier Biologismus", EMMA 2007). Vor allem in den Methen (2. B. Der Spiegel: Klawitter et al. 2008) gibt es 2ur Zeit ein großes Interesse an der Behauptung, dass sich unterschiedliche Karrieren von Frauen und Männern auf Grund biologischer Dispositionen und daraus resultierenden Verhaltensunterschieden erklären lassen. Damit ist eine viel diskutierte Frage angesprochen, nämlich ob es sich bei den Be2eichnungen "Frau" und "Mann" um biologisch begründete oder um so2iale Konstrukte handelt (2. B. Butler 1998). Wenn im Folgenden von "Mann" und "Frau" die Rede ist, so ist damit eine Vereinfachung verbunden, die diese Diskussion nicht weiter vertieft.

Die So2ial- und Verhaltensforschung hat seit den 1 970er Jahren 2ahlr eiche Befunde produ2iert, die Frauen im Vergleich 2u Männern berufsrelevante Defizite 2uschreiben (Lefkowit2 1994, 323). Diese defizitorientierten Arbeiten thenen nicht selten da2u, Unterschiede in Gehalt und hierarchischer Position 2u rechtfertigen (Kr eil 2003, 2008b). Zahlreiche Beispiele finden sich bei Lefkowit2 (1994): Frauen seien weniger 2ufrieden mit ihrer Arbeit (Hulin/ Smith 1964), 2eigten ein geringeres Commitment 2ur Organisation (Graddick/Farr 1983) und eine geringere intrinsische Motivation (Her2berg/Mausner/ Peters on/ Capwell 1957). Sie seien mehr an einer positiven Stimmung im Arbeitsumfeld interessiert (Manhardt 1 972) und agierten stärker harmonisierend als wettbewerbsorientiert (Bond/Vinacke 1961). Über amerikanische Managerinnen wird berichtet, dass sie weniger überlegt aber naiver handelten; gleich2eitig werden sie aber auch als misstrauischer, häufiger Regeln brechend und wenig selbstsicher beschrieben (Ottaway/Bhatnagar 1988).

In den let2ten Jahren hat sich ge2eigt, dass in diesen Stuthen 2ahlr eiche Kovariaten vernachlässigt wurden (Singh/Finn/ Goulet 2004). So wäre es nicht überraschend, wenn eine Frau, die mehrfach bei Beförderungen übergangen wurde, ein geringeres Commitment 2eigte als ein ansonsten vergleichbarer Mann, der befördert wurde.

Bei erneuter Untersuchung von ...

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