Betriebliche Einflussfaktoren Auf Rekrutierungen Älterer Und Deren Bewerbungen**

Zeitschrift für PersonalforschungBand 22 Nr. 1, Januar 2008

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Zusammenfassung


Demographic change will lead to a longer working life and older employees taking up of new employment. Using IAB micro economic data, this article investigates firms' characteristics and their recruitment behavior towards workers aged 50 years and more. Special consideration is given to labor supply issues and in particular applications from older job seekers. Our results show that about 75% of firms do not receive applications from such job seekers. Of the firms that do, about one half recruit older workers. There are remarkable differences between firms attracting applications from older job seekers and firms that are willing to recruit them. We address the factors behind these disparities and possible consequences for labor market policies and human resource strategies.

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Auszug


Betriebliche Einflussfaktoren Auf Rekrutierungen Älterer Und Deren Bewerbungen**

1. Einleitung

Die Erwerbstätigkeit Älterer in Deutschland hat in den letzten Jahren zugenommen (Büttner / Wo jtkowski 2007a, b; Knuth/Brussig 2006; B ellmann/Gewies e/Leber 2006). Allerdings sind im internationalen Vergleich die Beschäftigungsquote Älterer, mehr aber noch ihre Entwicklung, angesichts der demographischen Herausforderung bislang unbefriedigend geblieben (Funk 2006). Eine wichtige Ursache für die mit zunehmendem Alter rückläufige Beschäftigungsquote ist die hohe Langzeitarbeitslosigkeit Älterer. Sie ist Ausdruck der schlechten Neueinstellungschancen Älterer, die in diesem Aufsatz genauer untersucht werden.

In der bisherigen Forschung wurden Prozesse der Neueinstellung Älterer nur selten auf der Mikroebene betrachtet. Bislang dominieren institutionalistische Argumente (Ebbinghaus 2002; Funk 2004; Eichhorst 2006). So wurde einerseits immer wieder angesichts alternativer Einkommensmöglichkeiten (Arbeitslosengeld u.a., Rentenbezug) auf zurückhaltendes Angebots ver halten durch Arbeitnehmer hingewiesen (Schmidt 1995; Schmidt/Riphahn 1997; Eichhorst/Thode/Winter 2004; Rabe 2004), und andererseits angesichts von alters spezifischen Regulierungen, die für Betriebe häufig nur schwer durchschaubar sind, Skepsis auf der Nachfrageseite bei der Einstellung von Älteren angeführt (Pfarr u.a. 2005; Brussig/Knuth/Schweer 2006; RWI/ISG 2005). Zudem bestand lange Zeit die arbeitsmarktpolitische Strategie von Staat und Tarif partnern darin, Arbeitslosigkeit zu verringern, indem gerade Ältere aus dem Arbeitsmarkt ausgegliedert werden (Trampusch 2005).

Obwohl die institutionell bedingte Angebotszurückhaltung eine Rolle spielt, um die mit dem Alter rückläufigen Erwerbstätigenquoten Älterer zu verstehen, kann sie gerade die hohe Arbeitslosigkeit und insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit Älterer nicht erklären (Koller/Bach/Brixy 2003; Büttner/Knuth/Wojtkowski 2005; Büttner/ Wojtkowski 2007a, b). Denn ein erheblicher Teil derjenigen, die durch Vorruhestand und Frühverrentung aus dem Arbeitsmarkt ausgeschieden sind, gilt nicht als arbeitslos.1 Vielmehr muss für einen unbekannten, aber beträchtlichen Teil der betroffenen Älteren ihre Langzeitarbeitslosigkeit als Schwieri...

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