Betriebliche Mitbestimmung in Der Krise. Welche Rolle Spielt Das Soziale Kapital Der Beschäftigten?**
Industrielle Beziehungen › Band 17 Nr. 1, Januar 2010
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Betriebliche Mitbestimmung in Der Krise. Welche Rolle Spielt Das Soziale Kapital Der Beschäftigten?**
1. Die Krise der betrieblichen Mitbestimmung
Das interessenpolitische Kräfteverhältnis von Kapital und Arbeit hat sich in den letzten Jahrzehnten einseitig zu Lasten der Beschäftigten verschoben. Die Erosion der betrieblichen Mtbestimmung (vgl. Hassel 1999, 2002; Ellguth 2004) und eine zurückgehende Tarifbindung der Betriebe (vgl. Kohaut/Ellguth 2008) sind Ausdruck tiefgreifender Veränderungen des dualen Systems der industriellen Beziehungen, das lange Zeit als Garant für politische Stabilität und sozialen Frieden in Deutschland galt. Infolgedessen verlieren die traditionellen Institutionen zur Regulierung des Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnisses an Wirksamkeit, was es für abhängig Beschäftigte zusehends schwieriger macht, ihre Interessen und Rechte gegenüber dem Arbeitgeber durchzusetzen.Die Mtbestimmungsforschung hat zahlreiche theoretische wie empirische Arbeiten hervorgebracht, die sich den Ursachen für die schwindende Bedeutung der betrieblichen Mitbestimmung in Deutschland widmen. Je nach Perspektive werden unterschiedliche Gründe herausgestellt. Ein Teil der Erklärungen bezieht sich auf aktuelle betriebs- und beschäftigungsstrukturelle Entwicklungen, die die Anwendbarkeit des Betriebsverfassungsgesetzes einschränken und so die Mtbestimmungsrechte unterminieren. Andere Erklärungen stützen sich auf unternehmenspolitische Strategien und Praktiken des Managements, die darauf abzielen, die Errichtung von Betriebsräten zu verhindern.Obwohl diese Erklärungsansätze auf wichtige Punkte hinweisen, können sie theoretisch nur zum Teil überzeugen. Ihre Schwäche ist die weitgehende Indifferenz gegenüber interessenpolitischen Aktivitäten und Handlungsmöglichkeiten der Arbeitnehmerseite. Damit vernachlässigen sie die starke Abhängigkeit der betrieblichen Mitbestimmung von der Organisationsfahigkeit der Beschäftigten und deren Bereitschaft, aktiv für die Errichtung gesetzlicher Vertretungsorgane in den Betrieben einzutreten.In diesem theoretisch-konzeptionellen Beitrag geht es darum, die Perspektive zu erweitern und die interessenpolitischen Optionen der Beschäftigten mit in den Blick zu nehmen. Die Kernthese lautet, dass die aktuellen Probleme der Mtbestimmung im engen Zusammenhang mit veränderten Handlungsbedingungen der Beschäftigten stehen, die das Machtverhältnis zwischen Arbeitgebern un...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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