Betriebliche Mitbestimmung Und Gewerkschaftliche Loyalitätssicherung. Eine Empirische Analyse Des Einflusses Des Betriebsrats Und Anderer Faktoren Auf Die Mitgliederbindung Der Ig Metall**

Industrielle BeziehungenBand 15 Nr. 1, Januar 2008

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Zusammenfassung


The importance of works councils for the recruitment of new trade union members it widely accepted. However, their function in stabilizing already recruited members has been neglected. The present analysis fills this gap by examining the effect of works councils on membership loyalty. The empirical basis of this work is representative data gathered from 1230 members of IG Metall who are employed in the automotive and machine-building industries. The first part of the article discusses the importance of membership loyalty by considering Mancur Olson's "logic of collective action". As it lacks an adequate explanation for conditions in Germany an alternative, three-dimensional model of membership loyalty will be suggested. The empirical section begins with an analysis of the relationship between the proposed model and the likelihood that individual members will leave the union. In the final section, determinants of membership loyalty will be investigated.

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Auszug


Betriebliche Mitbestimmung Und Gewerkschaftliche Loyalitätssicherung. Eine Empirische Analyse Des Einflusses Des Betriebsrats Und Anderer Faktoren Auf Die Mitgliederbindung Der Ig Metall**

1. Die Logik des kollektiven Handelns

Anfang der 60er Jahre stellte Mancur Olson (1985) mit seiner "Logik des kollektiven Handelns" die Organisations théorie auf den Kopf. Wurde traditionell vorausgesetzt, dass sich Akteure organisieren, um gemeinsame Ziele kollektiv zu verfolgen, die sich auf individuellem Wege nicht erreichen lassen, entgegnete Olson, die Annahme sei für eine Erklärung kollektiven Handelns nicht hinreichend. Vielmehr müsse der Fokus auf die individuellen Anreiz strukturen gelegt werden, die Individuen zum Handeln veranlassen. Olsons Analyse lief auf die Kollektivgutproblematik hinaus. Als Kollektivgut wird von ihm ein Gut bezeichnet, "das den anderen Personen in einer Gruppe praktisch nicht vorenthalten werden kann, wenn irgendeine Person Xi, .. .Xi, .. .Xn es konsumiert" (13). Da seine Theorie das Individuum als Nutzenmaximierer versteht, ergeben sich eine Reihe interessanter Konsequenzen. So ist es für den einzelnen Akteur nicht rational, sich an der Erstellung von Kollektivgütern zu beteiligen, wenn er unabhängig vom eigenen Beitrag von ihnen profitieren kann. Rational ist es dagegen, die allgemein verfügbaren Leistungen ohne eigenen Beitrag in Anspruch zu nehmen. Unter der Prämisse, dass alle Akteure im Sinne der ökonomischen Theorie eigennützigrational handeln, ist mit der Erstellung entsprechender Güter deswegen nicht zu rechnen; selbst dann nicht, wenn alle Individuen von ihnen profitieren würden. In sehr großen Gruppen stellt sich das Problem mit besonderer Schärfe. Da die Anteile der Akteure an der Erstellung des Kollektivgutes sehr gering sind, stehen den individuellen Beitragskosten nur marginale Effekte für die Gesamterstellung gegenüber. Das Verhältnis von individuellen Kosten zur entsprechenden Nutzendifferenz (die sich aus dem zusätzlichen Nutzen durch den eigenen Beitrag ergibt) fällt bei zunehmender Gruppengröße also ungünstiger aus, und die Beitragsbereitschaft nimmt entsprechend ab. Aus diesen Überlegungen ergibt sich die Schlussfolgerung, dass gemeinsame Interessen (insbesondere in sehr großen Gruppen) für eine Erklärung der Erstellung von Kollektivgütern nicht hinreichend sind. Die Akteure befinden sich somit in einem strategischen Dilemma, dessen Kern der Widerspruch zwischen der kollektiven und der individuellen Rati...

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