Von Bosman Zur Kollektivvereinbarung? Die Regulierung Des Arbeitsmarktes Für Profifußballer**
Industrielle Beziehungen › Band 11 Nr. 4, Oktober 2004
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Industrielle Beziehungen › Band 11 Nr. 4, Oktober 2004
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Because of the scarcity of prime athletic talent, the labor market for professional players is characterized by strong competition on the demand side. This peculiarity of the players' market caused the rise of American players' unions. The adviser of the international union for football players, Braham Dabscheck, has recently predicted that labor relations in European professional football after the liberalization of the player's market would turn towards the American model of comprehensive collective agreements between sports leagues and player's unions. Yet, this article is more skeptical about the prospects for a social dialogue in European football. The strong involvement of political stakeholders prevented the social partners from developing the necessary institutional capabilities. At the same time the intergovernmental compromise on authorized transfers has reduced the scope for collective bargaining.
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Auszug
Von Bosman Zur Kollektivvereinbarung? Die Regulierung Des Arbeitsmarktes Für Profifußballer**
1. Einleitung
Der Arbeitsmarkt für Profispieler ist auf Grund der Knappheit sportlichen Talents durch eine starke Nachfragekonkurrenz gekennzeichnet. Da Profispieler auf einem kompetitiven Arbeitsmarkt die höchsten Gehälter erzielen können, haben sich alle Profiigen um die Regulierung ihrer Spielermärkte bemüht (Scully 1995). Die wettbewerbsrechtliche Zerschlagung der Nachfragekartelle der Teameigner und die Ausdehnung der "non-statutory labor exemption", d.h. arbeitsrechtlicher Befreiungstatbestände, auf Kollektivvereinbarungen zwischen Ligen und Spielergewerkschaften hat in den US-amerikanischen Profiligen den Aufstieg der Spielervertretungen zu außerordentlich einflussreichen Arbeitnehmerorganisaüonen ausgelöst (Staudohar 1996; Duquette 2000).Der Arbeitsrechtler und Gutachter der internationalen Spielergewerkschaft FIFPro Braham Dabscheck hat unlängst (2003) prognostiziert, dass sich auch die Arbeitsbeziehungen im europäischen Profifußball in Richtung auf das amerikanische Modell umfassender Kollektiwereinbarungen zwischen Profiligen und Spielergewerkschaften bewegen werden. Diese Hoffnung auf einen "international unionism" im Profifußball beruht neben den Besonderheiten des Spielermarktes vor allem darauf, dass die durch die supranationalen Institutionen der Europäischen Union vorangetriebene Liberalisierung des Spielermarktes die Fußballverbände gezwungen hat, in den Dialog mit der FIFPro zu treten.Der vorliegende Beitrag beurteilt die Aussichten für einen sozialen Dialog im europäischen Profifußball jedoch skeptischer. Das zentrale Argument lautet, dass die politische Ökonomie der Arbeitsbeziehungen im europäischen Profifußball sehr viel komplexer ausfällt als in den amerikanischen Profiligen und ihre deutlichen Spuren in der Regulierung des Spielermarktes hinterlassen hat.Für die US-Profiligen ist charakteristisch, dass die Tarifverhandlungen über Mobilitätsbeschränkungen auf dem Spielermarkt auf Grund des stark ausgeprägten Verteilungskonfliktes zwischen Spielern und Teameignern erbittert geführt worden sind. Die Verhandlungen wurden zudem durch die Interessenheterogenität und problematische Organisationsfähigkeit der Beteiligten erschwert. Diese resultieren auf Arbeitgeberseite aus den wirtschaftlichen Disparitäten zwischen den einzelnen Teams. Ebenso ist die Organisations- und Konfliktfähigkeit der Spielergewerkschaften keineswegs selbstverständlich, obwohl die Profispieler über ein Monopol auf sportliche Spitzenleistungen verfügen. Die Interessenheterogenität unter den Spielern resultiert daraus, dass Starspieler ein größeres Interesse an einem vollständig deregulierten Arbeitsmarkt haben, während Durchschnittsspieler eher geneigt scheinen, Mobilitätseinschränkungen gegen Mindestgehaltsgarantien und Pensionszahlungen zu tauschen. Die Organisationsfähigkeit der Spielergewerkschaften leidet darüber hinaus darunter, dass Sportlerkarrieren von vergleichsweise kurzer Dauer sind. Die fehlende Mitgliederkontinuität kann die Effektivität der Gewerkschaften schwächen. Die kurze Karrieredauer hat auch Auswirkungen für die Konfliktfähigkeit der Spielergewerkschaften. Sie macht Streiks für die Spieler finanziell außerordentlich unattraktiv. Allerdings gilt auch für die Teameigner, dass der weitaus überwiegende Teil der durch einen Streik entgangenen Einnahmen als entgangenen Einnahmen als unwiederbringlich verloren angesehen werden muss (Berry 1996; Noll 1999; Duquette 2000).Ein stark ausgeprägter Verteilungskonflikt sowie die problematische Organisations- und Konfliktfähigkeit der Tarifparteien kennzeichnen prinzipiell auch die Arbeitsbeziehungen im europäischen Profifußball. Die Ausgangsbedingungen für einen sozialen Dialog werden hier aber dadurch verkompliziert, dass auf G...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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