Ein Bund Fürs Überleben? Betriebliche Vereinbarungen Zur Beschäftigungs- Und Standortsicherung**
Industrielle Beziehungen › Band 15 Nr. 3, Juli 2008
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Industrielle Beziehungen › Band 15 Nr. 3, Juli 2008
Angeknüpft als:Zusammenfassung
In the discussion on the German system of industrial relations, company-level pacts for employment and competitiveness are thought to be important instruments to gain more flexibility for the supposedly inflexible system of collective bargaining. Initially, company-level employment pacts were meant to help companies during a severe crisis. Meanwhile, these pacts are often used by firms to improve their competitiveness in general. This paper provides descriptive results on the incidence of company-level pacts distinguishing between those preventing a crisis and those improving the competitiveness. The multivariate models are used to analyze the determinants of the probability that a company-level pact is agreed. There are differences between firm characteristics - especially performance indicators - depending on the reason for the agreement.
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Auszug
Ein Bund Fürs Überleben? Betriebliche Vereinbarungen Zur Beschäftigungs- Und Standortsicherung**
1. Einleitung
Die Grundstrukturen des Tarifvertragssystems, also die Arbeitsbeziehungen und das System der Lohnfindung in Deutschland, stehen mittlerweile seit vielen Jahren heftig in der Diskussion. Politiker, Gewerkschafter und Arbeitgeberverbände versuchten bereits in den 1990er Jahren der hohen Arbeitslosigkeit mit einem ?Bündnis für Arbeit" zu begegnen. Dabei stand das Günstigkeitsprinzip (Verbot der Abweichung vom Tarifvertrag nach unten) und die damit verbundene vermeintliche Inflexibilität des Branchentarifvertrags im Mittelpunkt der Diskussion. Vor diesem Hintergrund forderte 2002 die Politik (10-Punkte-Programm der CDU und Gesetzesinitiative des Freistaats Bayern) das Günstigkeitsprinzip weiter auszulegen und eine Abweichung von Lohn und Arbeitszeit zuzulassen, wenn mehr als zwei Drittel der Beschäftigten eines Betriebs dem zustimmen. Auch im Gutachten des Sachverständigenrats 2002/2003 fand dieser Vorschlag Unterstützung. Das Vorhaben stieß allerdings auf den Widerstand der Tarifparteien, die sich massiv in ihrer Tarifautonomie beschnitten fühlten. Unabhängig davon, dass eine für die Umsetzung dieser Pläne notwendige Verfassungsänderung gemeinhin als nicht durchsetzbar galt, verlor das Thema nach der Bundestagswahl unter veränderten politischen Verhältnissen seine Brisanz.Die Idee eines Bündnisses für Arbeit hat sich inzwischen zunehmend auf die betriebliche Ebene verlagert, da es letztlich den Betrieben obliegt, Arbeitsplätze zu schaffen. Die Tarifparteien sind "nur" gehalten, dafür geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. In vielen Tarifbereichen wurde inzwischen der Forderung, die Betriebsautonomie zu stärken, auch entsprochen und durch die Vereinbarung von Offnungsklauseln den Arbeitgebern und den Betriebsräten entsprechende Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet (vgl. Bispinck 2004, Kohaut/ Schnabel 2007). Dazu gehört auch, auf betrieblicher Ebene Bündnisse für Arbeit zur Sicherung des Standorts und der Beschäftigung abschließen zu können.In der Diskussion um die Verbetrieblichung der Tarifpolitik auch im Rahmen betrieblicher Bündnisse wird in der Regel mehr oder weniger stillschweigend von einem Idealtypus industrieller Beziehungen ausgegangen, wie er nur (noch) für einen relativ kleinen Teil der Wirtschaft vorherrscht (vgl. Trinczek 2002). Nur ein knappes Drittel der Beschäftigten in der Privatwirtschaft (Betriebe ab 5 Beschäftigte) arbeitet in der sogenannten Kernzone des dualen Systems der Interessenvertretung, wo sowohl ein Branchentarif gilt als auch ein Betriebsrat existiert (Ellguth/Kohaut 2007: 514). Vorliegende empirische Untersuchungen zeigen jedoch, dass auch in Betrieben, die nicht an Tarifverträge gebunden sind, Vereinbarungen zur Beschäftigungs- und Standortsicherung geschlossen werden (vgl. Massa- Wirth 2007: 88), obwohl dort rechtlich kein solches Instrument notwendig ist, um Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit einzuführen. D...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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