Auszug
Das Babylonische Paradies
Am 27. April 1950 flog ein Mann, den sein Pass als Richard Armstrong auswies, von Amsterdam nach Bagdad. Als Repräsentant einer US-amerikanischen Charter-Fluggesellschaft namens Near East Air Transport (NEAT) wollte er mit dem irakischen Regierungschef Tawfiq al-Suwaidi einen Vertrag machen, um irakische Juden nach Zypern auszufliegen.
Nur sechs Wochen zuvor hatte die irakische Regierung ein Ausbürgerungsgesetz beschlossen, das jüdischen Bürgern die Auswanderung ermöglichte, wenn sie ihre Staatsbürgerschaft - binnen eines Jahres - aufgaben. Al-Suwaidi ging damals davon aus, dass von den 125 000 irakischen Juden zwischen 7 000 und 10 000 das Land verlassen würden. Doch dann detonierte am letzten Tag des Passahfestes in der Abu-Nawas-Straße eine Bombe neben einem Café, in dem viele Juden verkehrten. Die mysteriöse Explosion versetzte die Juden in Panik; alsbald überstieg die Zahl der Ausbürgerungsanträge alle früheren Erwartungen. Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn 1948 war die Lage der Juden im Irak in beunruhigendem Tempo schwieriger geworden. In Bagdad betrachtete man die Juden als eine Art fünfte Kolonne der Zionisten; auch diejenigen, die sich eindeutig zum irakischen Staat bekannten, wurden zunehmend verdächtigt und - auch physisc...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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