Wirtschaftsphilosophie - Die Erweiterte Perspektive
Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik › Band 5 Nr. 2, Mai 2004
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Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik › Band 5 Nr. 2, Mai 2004
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The philosophical thoughts on economics in Germany have been restricted to business ethics so far. The consequence has been that there have been developed certain positions, whose claims are well defined and were defended against each other; but for several years there has not been any remarkable progress, since everybody hoped to convince all the other combatants, but nobody has surrendered so far. That is why it is proposed here to broaden the perspective beyond the limits of ethics into epistemological questions in the relation of philosophy and economics. The methods considered are: critical questioning the fundamental concepts and assumptions of economic thought, the reflections of the discourse of economics, including the history of concepts and metaphors, genealogy of morals; the central aspects of such a broadening of perspective to the philosophy of economics could be: pluralism, zetetic and cultivation.
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Auszug
Wirtschaftsphilosophie - Die Erweiterte Perspektive
1. Wirtschaftsethik und Wirtschaftsphilosophie
Die vergangenen Jahrzehnte waren, was die Beziehungen von Philosophie und Ökonomie anbetrifft, bestimmt von der Fixierung auf Wirtschaftsethik. Da aber Ethik nur der zweite Teil der Philosophie ist, bleiben auf diese Weise die Beziehungen der Philosophie zur Ökonomie unterbestimmt, vergleichbar der Einseitigkeit, die entstunde, wenn sich die Philosophie nur auf die Betriebswirtschaftslehre bezöge und die Volkswirtschaftslehre als möglichen Gesprächspartner ganz vernachlässigte.Wenn man die Einseitigkeit der Festlegung auf Wirtschaftsethik feststellt, so kann das nicht als Vorwurf gemeint sein. Wirtschaftsethische Fragestellungen waren offensichtlich die ersten Fragen, die sich in der neuen Begegnung von Ökonomie und Philosophie stellten, und dann muss man halt mit diesen Fragen, die sich zuerst stellen, beginnen. In der wirtschaftsethischen Debatte haben sich, wie man inzwischen auch in alien einschlägigen Darstellungen mit großer Einmütigkeit nachlesen kann, verschiedene Standpunkte herausgebildet, die auch mit großer Übereinstimmung in gleicher Weise wiedergegeben werden. Dort kann man dann nachlesen - und diese Ordnung ist für die Beteiligten oder interessierten Ökonomen von großem Nutzen, kennen sie doch aus der eigenen Dogmengeschichte die Sortierung nach Lehrmeinungen bestens -, dass es folgende Positionen gebe: die Position von Homann als normativ reflektierte Ökonomik, die Position von Ulrich, die sich selbst als Integrative Wirtschaftsethik bezeichnet, die stärker betriebswirtschaftlich ausgerichtete Position von Steinmann/Löhr, und manche unterscheiden davon noch den governance-ethischen Ansatz von Wieland. Und dann gibt es da noch die ,,jungen Wilden", um die Zeitschrift fur Wirtschafts- und Unternehmensethik (zfwu) und die Schriftenreihe für Wirtschafts- und Unternehmensethik (sfwu) - aber so ganz genau weiß man noch nicht, was diese eigentlich wollen, bzw. wie man sie in das vorsortierte Feld der Lehrmeinungen einordnen könnte.Folgt man jedoch dieser Vorsortierung der Wirtschaftsethik, dann wird man ganz schnell gewahr, dass zwar die Abgrenzung der Positionen voneinander durch eine gewisse verbale Ffcftigkeit bestimmt ist, dass sich aber seit ca. zehn Jahren nichts bewegt: die Claims sind abgesteckt, die Verzweiflung uber die Unbelehrbarkeit des Gegners halt sich in bewältigbaren Grenzen. Die Unbeweglichkeit hat - normal science eben -, wie ich glaube, einfache und nachvollziehbare Gründe. Man ist sich nämlich einig in der Nachfolge des rationalistischen Methodenideals, dass es von äußerster Wichtigkeit sei, wo und wie man anfängt, was die ersten Fragen und was die ersten methodischen Schritte zu sein hätten. Weil man sich in der Wichtigkeit der Anfangsfrage so einig ist, aber in der inhaltlichen Bestimmung dieser Anfangsfrage uneinig, ist der Streit zugleich heftig und erfolglos, wenn man als Erfolgskriterium die Überwindung, d. h. die Überzeugung des Gegners annimmt. Der Beobachter der D...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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