Leadership Zwischen Anreizmoral, Wohlfahrtsverlusten Und Effizienz Sozialer Institutionen*: Anreizanalysen Professioneller Dienstleistungserbringung Als Wirtschafts- Und Unternehmensethische Aspekte Effizienter Leadership

Zeitschrift für Wirtschafts- und UnternehmensethikBand 7 Nr. 1, Januar 2006

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Zusammenfassung


Within new or established social markets the consequences of implicit incentives and institutional interdependences for leadership in social institutions are almost unknown. This article gives an analysis of and opens a discussion on efficiency and cooperation problems in social markets and within social institutions. Both affect conceptions of leadership concerning its main assignment to coordinate and lead highly qualified, specialized Professionals. After a short overview of leadership-conceptions, efficiency in social institutions and social markets will be conceptualized by means of agency theory and transactional cost. With these instruments cooperation problems and interactional dilemmas can be identified by applying cost heuristics and by attributing the effects on residual loss. The consequences for leadership are twofold: Transformational leaders have to integrate market effects in their assignment of institutional shaping and employee development. And they have to weigh up three different ethical orientations for decision-making in social institutions.

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Auszug


Leadership Zwischen Anreizmoral, Wohlfahrtsverlusten Und Effizienz Sozialer Institutionen*: Anreizanalysen Professioneller Dienstleistungserbringung Als Wirtschafts- Und Unternehmensethische Aspekte Effizienter Leadership

1. Einleitung

Leadership - im Sinne einer Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern, visionären Gestaltung von Unternehmen und auch ethisch fundierten Führung - für soziale Institutionen zu diskutieren, erscheint auf den ersten Blick als wolle man Eulen nach Athen tragen. Denn Ethik - im Sinne einer Norm- und Wertorientierung - ist für Organisationen des Sozial- und Gesundheitswesens konstitutiv, was fur die Personalentwicklung aber nicht unbedingt gelten muss. Organisation, Steuerung und das Management im Sozial- und Gesundheitssektor haben es außerdem mit außerordentlich komplexen Strukturen zu tun. Besonders an der Jugendhilfe kann deutlich gemacht werden, dass öffendiche Träger und freie Wohlfahrtsverbände sich aus einer ethischen Grundorientierung heraus definieren müssen, sei es eine unbedingte, auch rechtlich kodifizierte Pflicht, zum Wohle des Kindes zu handeln, der Gesundheit zu dienen oder die Menschenrechte bzw. die Menschenwürde durchzusetzen und zu achten. Denn soziale Institutionen haben es mit Menschen zu tun.

Natürlich sind diese ethischen Überzeugungen so interpretationsbedürftig wie die viel zitierte Gemeinwohlorientierung selbst. Richten wir jedoch unseren ethischen Blick auf die Art der Moral (individuelle Moral oder Anreizmoral), werden zwei blinde Flecken von denjenigen Leadership-Konzeptionen deudich, die ihr Augenmerk auf Personalführung richten. Diese sollen im folgenden Artikel in den Mittelpunkt gestellt werden: Es wird zum einen als selbstverständlich vorausgesetzt, dass die Effizienzorientierung der freien Wirtschaft ein integraler Bestandteil von Leadership darstellt. Was ist aber, wenn gerade die Orientierung an Effizienz als ethische Wertorientierung in sozialen Institutionen zu großen Teilen unbedeutend und unreflektiert ist? Nicht zu Unrecht wird - oder wurde - Sozialmanagement von Management dadurch unterschieden, dass "Effizienz (...) kein Maßstab fur die Organisation" (MüllerSchöll/Priepke 1983: 8) sein könne. Zum anderen wird mit Leadership-Konzeptionen die Notwendigkeit einer Tugendediik neu betont (vgl. Hinterhuber 2004: 174). Was ist aber, wenn nicht die Orientierung an individuellen Tugenden, sondern die Handlungsorientierung an Meso- und Makroeffekten aggregierten individuellen Handelns das eigentliche Problem darstellt, das im Sinne einer Wirtschafts- und Unternehmensethik bearbeitet werden muss? Die Analyse einer impliziten institutionellen 'Anreizmoral' (vgl. Wilkesmann 2001) für soziale Institutionen soll im Weiteren als Beitrag zur Leadership-Debatte in sozialen Institutionen geleistet werden.

Mit den nachfolgenden Ausführungen wird die unternehmens- und wirtschaftsethische These für soziale Institutionen konkretisiert, dass Interaktionsprobleme und soziale Dilemmata Auswirkungen auf die Effizienz von Leadership und die Erbringung sozia...

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