Verhaltensleitsätze in Märchen Und Management - Ein Vergleich**/Guiding Behavioural Principles in Folktales and Management - a Comparison
Zeitschrift für Personalforschung › Band 21 Nr. 2, April 2007
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Zeitschrift für Personalforschung › Band 21 Nr. 2, April 2007
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This paper focuses on the following questions, goals and results: In which of the 201 fairy tales of the brothers Grimm text passages can be identified and quoted as explicit guiding behavioural principles? And to which key principles can these be assigned? How can we compare Grimms guiding principles with such of German speaking companies? Using a phenomenological-inductive method we interpret 70 principles of 63 tales. And we evolve from them eight key behavioural principles. To these we refer also 70 guiding principles of 43 enterprises. Those people who got already socialized in early age by the guiding principles of folktales would be prepared to meet target values of the leadership and cooperation culture in business. Folktales can support didactically the implementation of guiding principles of companies
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Auszug
Verhaltensleitsätze in Märchen Und Management - Ein Vergleich**/Guiding Behavioural Principles in Folktales and Management - a Comparison
Der Artikel will einen Beitrag zu einer vergleichenden, werteorientierten Analyse von Verhaltensleitsätzen für den deutschsprachigen Raum leisten und dabei eine Verbindung zwischen Märchen- und Unternehmenswerten herstellen. Über eine phänomenologische Dokumentenanalyse von expliziten und schriftlich publizierten Leitsätzen in Marchen und in Führungsgrundsätzen der Wirtschaft wird dabei nach gemeinsamen Kernleitsätzen gesucht. Entdeckung rangiert dabei noch vor Erklärung, auch weil Marchenmaximen in der betriebswirtschaftlichen Literatur nicht mit Führungsgrundsätzen und diese in der breiten Märchenforschung noch nicht vergleichend diskutiert wurden. Weder die struktur-funktionalistischen und reduktionistischen Ordnungssysteme ("Motivkataloge") der Erzählforschung mit bis zu 40.000 Einzelmotiven (Uther 1999, 2004)1 noch eine statistisch gestützte Inhaltsanalyse von 29 Fuhrungsgrundsätzen mit etwa 2300 Aussagen und über 80 Kategorien zu Führungshandlungen und -konsequenzen (dazu Schilling 2005 und die dort angegebene Literatur; Mayring 1992) eigneten sich für unser Forschungsziel.
Nach einer kurzen geschichtlichen und begrifflichen Einführung folgt eine Analyse von 70 expliziten Leitsäteen aus 63 der 201 "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm (1819/1999), die sie bewusst auch als "Eraehungsbuch" gestalteten. Dabei wurden die Botschaften induktiv und fallorientiert entwickelt und meist an den Schluss der Geschichten gestellt. Daraus interpretierten wir acht "Kernleitsätee" und ordneten diesen 70 schriftliche Führungs- und Kooperationsgrundsätze von 43 Unternehmen zu. Dabei blieben sechs gemeinsame Kernleitsatze übrig. Auch ihr Bedeutungswandel wurde reflektiert. Die Leitsätee wurden einzeln atiert, um so auch für märchenferne Wirtschaftswissenschaftler den Kontext, die Semantik sowie die verschiedenen Aspekte im Texteusammenhang nachvollziehbar zu machen. Dann wurde qualitativ - z.B. nach der Art und Schwere von Sanktionen - und quantitativ - z.B. deren Verbreitung in Marchen und Management - diskutiert, inwieweit diese Märchenleitsätee (heute noch) eine inhaltliche Grundkge fur Verhaltensleitsatee von Unternehmen bilden können. Es wird reflektiert, inwieweit Marchen zur fruhen Prägung des Managementnachwuchses beitragen (können). Die Hypothëse dazu lautet: Wer auch über diese Maximen "fruhsozialisiert" wurde, kann noch heute centrale explicite Fuhrungs- und Kooperationsgrundsätee der Wirtschaft erfullen. Das tatsachliche Verhalten nach diesem Anforderungsprofil ist damit weder angesprochen noch Thema dieses Beitrags.1. Ver halte nsleitsätze im Management1.1 Zur EntwicldungsgeschichteSie werden bevorzugt unter den Begriffen Führungsgrundsätze oder Leitsätze für Fuhrung und Kooperation diskutiert. Ihre historische Entwicklung wird bis in das 3. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgt (Wille 1992; Wunderer 1983). So gibt es in alien Religionen und Monchsregeln (Balthasar 1980; Gfeller 1996; Kirschner et al. 1979) kodifizierte Ge- und Verbote, die großen Einfluss auf das Denken und Handeln, insbesondere in Kooperationsbeziehungen hatten und haben. In der Renaissance (z.B. Machiavelli 1532/1991; Riklin 1996) finden sich Maximen 1ZUf Machterhaltung und gewinnung in Form von "Fürstenspiegeln" zur Erziehung und Anleitung von Herrschern. Und im Zuge der Aufklärung werden im 18. Jahrhundert in der Tradition der "ars conversationis" Leitsätze "Über den Umgang mit Menschen" (Knigge 1788/1991) publiziert, die schon psychologische Typologien zur Differenzierung des Umgangs mit Zielgruppen verwenden. In den Grüinderjahren des 19. Jahrhunderts halten dann Arbeitsordnungen und -richtlinien vermehrt Einzug in die industriellen Unternehmen. Ab 1960 verbreiten sich im deutschen "Wirtschaftswunder" "Führungsanweisungen" (Höhn 1966; Guserl 1973; St...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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