Erwerbsregulierung in Hochqualifizierter Wissensarbeit - Individuell Und Kollektiv, Diskursiv Und Partizipativ**

Industrielle BeziehungenBand 12 Nr. 1, Januar 2005

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Zusammenfassung


Substantial changes in the traditional dual German regime of interest regulation require an extension of the theoretical framework of industrial relations. Considering current research and debates this article proposes a concept of labour regulation in order to capture the basic shifts induced by knowledge work, new technologies, globalisation and sharper competition. Some basic elements of this framework of labour regulation are illustrated and substantiated by research results of case studies and a company survey in the digital economy. The empirical findings prove that new forms and arenas of individual and collective bargaining as well as new participation relations in knowledge intensive service companies complete or even replace the traditional regulation patterns.

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Auszug


Erwerbsregulierung in Hochqualifizierter Wissensarbeit - Individuell Und Kollektiv, Diskursiv Und Partizipativ**

Labour Relations in High Qualified Knowledge Work Individual and Collective, Discursive and Participative

Abstract - Substantial changes ill the traditional dual German regime of interest regulation require an extension of the theoretical framework of industrial relations. Considering current research and debates the article proposes a concept of labour regulation in order to capture the basic shifts induced by knowledge work, new technologies, globalisation and sharper competition. Some basic elements of this framework of labour regulation are illustrated and substantiated by research results of case studies and a company survey in the digital economy. The empirical findings prove that new forms and arenas of individual and collective bargaining as well as new participation relations in knowledge intensive service companies complete or even replace the traditional regulation patterns.

Key words: Labour Relations, Industrial Relations, Participation, Digital Economy

Die traditionellen Formen der Industriellen Beziehungen stehen - nicht nur, aber auch in Deutschland - in der Kritik und unterliegen einem enormen Veränderungsdruck. Arbeitgeberverbände bemängeln die (vermeintliche) Überregulierung durch Tarifverträge und gesetzliche Bestimmungen, vor allem die Regelungen zur betrieblichen und Unternehmensmitbestimmung. Zwar hatte über mehrere Jahre eine von Arbeitgeberund Arbeitnehmerorganisationen mitgetragene Kommission die Vorzüge und Nachteile des deutschen Systems der Mitbestimmung empirisch untersucht und war zu dem Schluss gekommen, dass sich die deutsche Betriebsverfassung für die Beschäftigten und auch für die Unternehmen bewährt hat (Kommission Mitbestimmung 1998). Gleichwohl werden neuerdings einige von diesen Befunden völlig verschonte Liberalisierungsanhänger nicht müde, einen grundlegenden Systemwandel der deutschen Mitbestimmung in Richtung ihrer Marginalisierung zu fordern. Die Gewerkschaften befinden sich weitgehend in einer Verteidigungsposition, in der sie sich auf die Erhaltung der kollektiven tariflichen Aushandlung von Flächentarifverträgen und die Weiterentwicklung der Mitbestimmungsrechte konzentrieren. Gleichzeitig haben sowohl die Arbeitgeberverbände als auch die Gewerkschaften massive Mitgliederprobleme.

Das angestammte System der dualen Interessenregulierung durch Betriebsverfassung und Tarifautonomie galt schon traditionell für ganze Wirtschaftsbereiche wie etwa den kleinbetrieblichen Sektor oder bestimmte Dienstleistungsbranchen nur sehr eingeschränkt; auch m den Wachstumsbereichen neuer Arbeit wie etwa der IT-Industne, dem Neue Medien-Sektor oder der Telekommunikation scheinen die traditionellen Formen der Industriellen Beziehungen nur bedingt zu greifen. Die Herausforderungen der Industriellen Beziehungen basieren auf durch neue Technologien, Wettbewerbsintensivierung und Internationalisierung (und hier vor allem die EU-Osterweiterung) forcierte Veränderungstendenzen im Wirtschafts- und Erwerbssystem und gehen einher mit sozialen Wandlungsprozessen in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Tendenzen der Individualisierung und Infragestellung traditioneller Geschlechterarrangements sowie veränderte Einstellungen zu Arbeit und Erwerb treffen zusammen mit neuen Beschäftigungsformen und neuen U...

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