Globale Gewerkschaften Und Industrielle Beziehungen in Der Global Governance**/Global Unions, Industrial Relations and Global Governance

Industrielle BeziehungenBand 13 Nr. 3, Juli 2006

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Zusammenfassung


Against the background of globalization and the erosion of the power of the nation state, a debate in political science is currently taking place which focuses on the notion of global governance, and which considers whether a new framework of international regulation is likely to be established. To date, little importance has been attributed to global trade unions and transnational industrial relations in this debate. Conversely, it has hardly affected research on industrial relations and trade unions so far. This paper discusses the efforts of various subdisciplines to identify new international regulatory mechanisms and examines the possibilities for their integration under the umbrella of the governance concept. It is argued that trade unions, like other social actors, assume functions of articulation, steering, participation, and legitimization and thereby contribute to establishing a "world social order". Rudiments of a global system of social regulations can be identified, but gains in international regulation cannot compensate for the losses in the ability of nation states to steer events, particularly in the domains of collective bargaining and economic policy. Furthermore, it recognises the structural shortcomings of the overall global governance architecture, namely limited range and deficits in implementation and democracy.

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Auszug


Globale Gewerkschaften Und Industrielle Beziehungen in Der Global Governance**/Global Unions, Industrial Relations and Global Governance

Einführung

Globalisierung als "rapide Vermehrung und Verdichtung grenzüberschreitender gesellschaftlicher Interaktionen, die in räumlicher und zeitlicher Hinsicht die nationalen Gesellschaften immer stärker miteinander verkoppeln" (Nohlen 2001: 181) und in ein System umfassender Interdependenz einbinden, gehört zu jenen "Megatrends" des 21. Jahrhunderts, die in alien gesellschaftlichen Subsystemen Veränderungsdynamiken in Gang setzen und damit zukunfrig einen grundlegenden gesellschaftlichen Strukturwandel begründen können. Transformationsprozesse dieser Reichweite stehen naturgemäß im Zentrum wissenschaftlicher Debatten verschiedener Disziplinen, die inzwischen ein geradezu "babylonisches Stimmengewirr" (Robert 2001: 19) bilden. Noch fehlt dem wissenschafdichen Diskurs ein breites empirisches Fundament, die Konturen des Wandels bleiben unscharf und in postmoderner Gewissheit von Kontingenz und Nicht-Linearität bleibt die zukünftige Entwicklung ergebnisoffen (Held 1999: 27).

Seit Jahren beschäftigen die Folgen und Perspektiven der Globalisierung Industrial Relations-Forschung und politikwissenschafdiche Teildisziplinen - von den Internationalen Beziehungen bis zur Verbände- und Gewerkschaftsforschung - gleichermaßen. Im Kern geht es um die Gestaltungsmacht und Steuerungskapazität politischer Akteure, um die Moglichkeiten der kollekdven Regelsetzung in einer entgrenzten Ökonomie. In Frage steht, wie weit kollektive Regulierung - sei es staadicher oder "privater" Gesetzgeber - innerhalb der Grenzen des Nationalstaats erodiert und ob sich neue Formen transnationaler politischer Steuerung herausbilden. Über vicie Jahre blieb der wissenschafdiche Diskurs trotz der Omnipräsenz des Phänomens und des Leitbilds der Inter- und Transdisziplinarität fragmendert, die interpretatorischen Suchbewegungen differenzierten sich innerhalb disziplinärer und sogar teildisziplinärer Grenzen aus und bildeten eigene Interpretadonsmuster als innerdisziplinäre "Pfadabhängigkeiten" aus. M.E. könnte die aktuelle Governance-Debatte die Chance bieten, teildisziplinäre Suchbewegungen zusammenzuführen und wechselseitig verkürzte Perspekdven aufzubrechen. Insofern möchte der vorliegende Beitrag nach der Rolle der internadonalen Gewerkschaften1 und globaler Arbeitsbeziehungen in der Global Governance...

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