Verdrängt Der Homo Oeconomicus Den Homo Communis? Normbezogene Orientierungsmuster Bei Akteuren Mit Unterschiedlicher Markteinbindung

Zeitschrift für Wirtschafts- und UnternehmensethikBand 7 Nr. 1, Januar 2006

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Auszug


Verdrängt Der Homo Oeconomicus Den Homo Communis? Normbezogene Orientierungsmuster Bei Akteuren Mit Unterschiedlicher Markteinbindung

Vorstellung eines Dissertationsprojektes

1. Problemaufriss

Nicht erst seit der Neoliberalismusdebatte werden in den Sozialwissenschaften Stimmen laut, die eine zunehmende Dominanz und Hegemonie des Marktes in nahezu alien Teilsphären des gesellschaftlichen Zusammenlebens konstatieren. Bezugspunkt der Argumentation sind in diesem Fall die immer wieder genannte immanente Expansivität der Marktvergesellschaftung und ihre externen Effekte. So konstatiert etwa der Soziologe Sighard Neckel (2000), dass die sozio-kulturelle Entwicklungsdynamik des Marktes in den Gegenwartsgesellschaften westlicher Prägung in jüngerer Zeit quasi selbstlaufig eine Dominanz marktbasierter Steuerungsformen hervorgebracht habe. Die Logik des Markthandelns - so hier die zentrale Annahme - bestimme das Verbalten von Akteuren zunehmend auch in solchen Handlungszusammenhängen, die bis dato unter der Vorherrschaft marktfremder Relevanz- und Ordnungssysteme standen.1

Wendet man diese Überlegungen auf das Verhältnis von Markt und Gemeinwesen an, so bedeutet dies, dass die Imperative des Marktes den Geltungsanspruch bestehender formell-rechtlicher und informell-gemeinschaftlicher Normen zunehmend 'aushebeln' und verdrängen. Obwohl hier stark verkürzt dargestellt, finden sich entsprechende Überlegungen bei verschiedenen sozial...

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