Innerverbandliche Heterogenität Und Die Vertretungswirksamkeit Deutscher Arbeitgeberverbände**

Industrielle BeziehungenBand 16 Nr. 1, Januar 2009

Angeknüpft als:

Zusammenfassung


Interest heterogeneity and the effectiveness of German employer associations are discussed.

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Auszug


Innerverbandliche Heterogenität Und Die Vertretungswirksamkeit Deutscher Arbeitgeberverbände**

1. Einleitung: Die Widersprüche der Heterogenität

Mit den deutlich sichtbaren Desintegrationstendenzen im Bereich deutscher Arbeitgeberverbände rückt spätestens seit Mitte der 1990er Jahre die ?verbandliche Heterogenität" erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Vereinfacht las st sich ein derzeit populäres Argument zur Erklärung der Vertretungs(un-)wirksamkeit der Arbeitgeberverbände wie folgt skizzieren: Mit einer zunehmenden Internationalisierung der Wirtschaft differenzieren sich die tarifpolitischen Interessenlagen der Unternehmen aus. Vor allem große Unternehmen profitieren von den Möglichkeiten zur Lohnkostenarbitrage, die eine grenzüberschreitende Wirtschaftstätigkeit bietet, während überwiegend die kleineren und mittleren Unternehmen zusätzlich unter Kostendruck geraten. Auch wenn es einzelne kleine und mittlere Unternehmen schaffen, sich in geschützten Nischen des nationalen Marktes einzurichten, bewirkt dieser Wandel in den lohnpolitischen Rahmenbedingungen eine Heterogenisierung der durch die Arbeitgeberverbände zu vertretenden Interessen (Zimmer 2002).

Aus Sicht der Vertretungswirksamkeit der Arbeitgeberverbände erscheint eine solche Heterogenisierung der Interessen in zweierlei Hinsicht als problematisch: Erstens differenzieren sich die Interessenlagen der Unternehmen aus, treffen aber zugleich auf eine institutionelle Struktur tarif politischer Interessenvermittlung, die darauf ausgerichtet ist, innerhalb des Tätigkeitsgebietes eines Verbandes flächendeckend bestimmte Mindestbedingungen zu fixieren (Thelen 2000). Zweitens wird die ínteres senaggregation und -artikulation durch die Verbände erschwert, da der Korridor gemeinsamer Interessenpositionen vermeintlich schmaler wird. Die Folgen der Ausdifferenzierung von Mitgliederinteressen und damit einer größer gewordenen ínteres s enheterogenität innerhalb der Verbände sind in Desintegrationsphänomenen zu erkennen: Mitgliederverlust (Ettl/Heckenroth 1996, Schroeder/Ruppert 1996), Durchs etzungs schwäche (Thelen 2000) und gespaltene Mitgliedschaften (Völkl 2002, Haipeter/ Schilling 2006). In der Summe führt die Heterogenisierung dazu, dass Arbeitgeberverbände immer weniger in der Lage sind, eine kohärente verbandliche Politik zu formulieren und umzusetzen, so dass ihre Vertretun...

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