De-Institutionalisierung Des Betriebsrates. Welchen Erklärungsbeitrag Liefern ,,New Economy' Und Direkte Partizipation? **
Industrielle Beziehungen › Band 12 Nr. 2, April 2005
Angeknüpft als:
Industrielle Beziehungen › Band 12 Nr. 2, April 2005
Angeknüpft als:Zusammenfassung
Against the background of the ongoing debate about the future of Germany's collective labour relations, this paper asks whether there is evidence for a de-institutionalisation of the German works council as a channel for representative co-determination. Two causes are particularly important in this respect: The emergence of the New Economy, in which the works council has a rather low presence, and the use of direct participation, which can be interpreted as a management strategy for implementing an alternative form of employee involvement. On the basis of a logistic regression analysis, it is concluded that a general trend for a de-institutionalisation caused by the emergence of the New Economy and the implementation of direct participation can not be identified. At the same time, the results suggest that the establishment of works councils is hindered by individualized forms of direct participation, particular characteristics of the service sector, a negative management attitude towards works councils and a low potential for labour conflicts in a given company.
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Auszug
De-Institutionalisierung Des Betriebsrates. Welchen Erklärungsbeitrag Liefern ,,New Economy' Und Direkte Partizipation? **
1. Einleitung
Die ôffentliche Débatte um die Zukunftsfahigkeit der kollektiven Arbeitsbeziehungen in Deutschland ist auch weiterhin in vollem Gange (Hôpner 2004: 5). Vor allem der fortgesetzte Mitgliederveriust von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbànden sowie die Dezentralisierung der unternehmensubergreifenden Tarifpolitik hinterlassen dabei den Eindruck, dass die kollektiven Arbeitsbeziehungen insgesamt einem Erosionstrend unterliegen. Zugleich wird je nach Standpunkt eine Verbetrieblichung der Arbeitsbeziehungen erhofft oder befùrchtet. In Unternehmen, in denen Betriebsràte bestehen, fiihrt eine solche Verbetrieblichung dazu, dass sich Aufgabenbereiche und Politikoptionen der Betriebsràte teilweise erheblich veràndern (Dorre 2002: 341 f.).Jedoch wurde erst in jiingerer Zeit unter dem Stichwort der ,,mitbestimmungsfreien Zone" die Frage aufgeworfen, inwiefern die arbeitspolitische Basisinstitution auf betrieblicher Ebene, der Betriebsrat, selbst einem Verdràngungsdruck ausgesetzt ist (Muller-Jentsch 1998: 582; Addison et al. 2000: 278f.; Ellguth 2003). Der vorliegende Aufsatz môchte einen Beitrag zu dieser Diskussion leisten und uberpriifen, inwieweit es in den letzten Jahren zu einer De-Institutionalisierung des Betriebsrates gekommen ist. Unter ,,De-Institutionalisierung" wird dabei eine geringe Verbreitung des Betriebsrats verstanden, die sich aïs parallèle Entwicklung zu einer generellen Erosion der arbeitspolitischen Institutionen darstellt. Dabei verfolgt der Aufsatz zwei Hauptargumente, die eine De-Institutionalisierung des Betriebsrates begrunden kônnen: den New Economy-Effekt und den Effekt direkter Partizipation.Der New Economy-Effekt làsst sich auf die Unternehmensfluktuation wàhrend des New Economy-Booms zuriickfuhren. So sind wàhrend des New EconomyBooms in den Branchen der Informations- und Kommunikationstechnologie zahlreiche Unternehmen neu entstanden, wohingegen viele Unternehmen aus der sog. Old Economy aus dem Markt ausgeschieden sind (Rammer 2002: 4ff.; BMBF 2001: 28f.). Auf die Verbreitung des Betriebsrates kann sich dièse Unternehmensfluktuation dahingehend auswirken, dass traditionelle Unternehmen mit Betriebsrat neuen Unternehmen weichen, die keinen Betriebsrat mehr aufweisen. Dies hàtte langfristig eine De-Institutionalisierung des Betriebsrates zur Folge.Direkte Partizipation wirkt auf die Verbreitung des Betriebsrates ein, da direkte Partizipation zumindest teilweise eine zum Betriebsrat alternative Form der Mitarbeitereinbeziehung beinhaltet. Das Ziel direkter Partizipation ist eine Einbeziehung der Mitarbeiter in arbeitsplatzbezogene Entscheidungen, und zwar - wie noch genauer aufzuzeigen sein wird - im Interesse des Unternehmensmanagements (Minssen 1999: 147; Guest 2001: 97f£). Hier stellt sich die Frage, ob eine strategische Orientierung des Managements an direkter Partizipation fur die Unternehmensleitung eine Môglichkeit bedeutet, die Bildung von Betriebsràten zu umgehen.Um zu uberpriifen, ob es zu einer De-Institutionalisierung des Betriebsrates aufgrund dieser Ursachen kommt, wird folgendes Vorgehen gewàhlt: Zunàchst werden die hier ùberpriiften Ursachen fur eine môgliche De-Inst...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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