Industrielle Beziehungen, Interesse Und Anerkennung. Plädoyer Für Eine Duale Perspektive**

Industrielle BeziehungenBand 12 Nr. 1, Januar 2005

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Zusammenfassung


Empirical findings illustrate the importance of recognition within the field of industrial relations. Nevertheless, there is no place for this phenomenon in the common concept of industrial relations in Germany. After an introductory reference to empirical findings, this article discusses three different approaches: firstly a pure concept of interest, secondly a pure concept of recognition, according to Axel Honneth, and thirdly an approach of a dual perspective, which includes recognition and interest, according to Nancy Fraser. It is argued that a dual perspective on industrial relations should be preferred because of its more explanatory advantages. Finally, possible examples of how to make use of the last approach are introduced.

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Auszug


Industrielle Beziehungen, Interesse Und Anerkennung. Plädoyer Für Eine Duale Perspektive**

Industrial Relations, Interest and Recognition. Plea for a Dual Perspective

Abstract - Empirical findings illustrate the importance of recognition within the field of industrial relations. Nevertheless, there is no place for this phenomenon in the common concept of industrial relations in Germany. After an introductory reference to empirical findings, the article discusses three different approaches: firstly a pure concept of interest, secondly a pure concept of recognition, according to Axel Honneth, and thirdly an approach of a dual perspective, which includes recognition and interest, according to Nancy Fraser. The article argues that a dual perspective on industrial relations should be preferred because of its more explanatory advantages. Finally, possible examples of how to make use of the last approach are introduced.

Key words: Industrial Relations, Interest, Recognition

1. Vorbemerkung

Die Arbeits- und Industriesoziologie - und mehr noch das Konzept der industriellen Beziehungen, das uns hier insbesondere beschäftigt - versäume es, so wurde m jüngerer Zeit verschiedentlich konstatiert, der Bedeutung gerecht zu werden, die dem Thema "Anerkennung" für die Beziehungen zwischen Arbeitnehmern, deren Vertretern und dem Management innerhalb der Betriebe, aber auch für die überbetrieblichen industriellen Beziehungen in der Praxis zukomme (Holtgrewe et al. 2000). Dieser Vorwurf an den einschlägigen mainstream mag einerseits unmittelbar evident erscheinen, wenn wir uns erstens an die Formulierung von Müller-Jentsch erinnern, der das Forschungsfeld der industriellen Beziehungen in Deutschland in zentraler Weise geprägt hat - er bestimmt "Arbeits- oder industrielle Beziehungen" als "jene eigentümliche Zwischensphäre der Inieressemegiuierung im Verhältnis von Management und Belegschaften wie auch von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften" (MüllerJentsch 1997: 18; Herv. d. Verf.) - und wir zweitens vor in empirischen Studien gelieferten Hinweisen auf die Bedeutung von Anerkennungsfragen nicht die Augen verschließen wollen. Andererseits muss jedoch gerade diese Evidenz zu vorsichtiger Skepsis mahnen. Schließlich darf angenommen werden, class ehe Thematik der Anerkennung auch den Vertretern eines reinen Interessenkonzeptes nicht verborgen geblieben ist, diese vielmehr die Betrachtung von Interessen aus (zumindest implizit) guten Gründen privilegiert haben. Das empirisch unzweifelhafte Vorkommen von Wünschen und Bestrebungen nach Anerkennung in den betrieblichen Sozial- und Arbeitsbeziehungen sowie zwischen Personen und kollektiven Akteuren der überbetrieblichen industriellen Beziehungen darf deshalb noch nicht als ein hinreichender Grund gelten, um den Begriff des Interesses durch den der Anerkennung zu ersetzen oder ersteren um letzteren zu ergänzen. Allerdings machen die Befunde der empirischen Relevanz von Anerkennung ein reines Interessenkonzept begrundungspflichtig. Bevor wir drei mögliche Ansätze, ers...

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