Der Kontrakt Der Arbeit Bei Wissensintensiven Dienstleistungen**

Industrielle BeziehungenBand 11 Nr. 3, Juli 2004

Angeknüpft als:

Zusammenfassung


This paper approaches post-fordist work regulation and proposes to analyse the regulation of knowledge work from the perspective of contract relations, it discusses the concept and quantitative extent of knowledge work, and regards project-organisation as a characteristic feature of the post-fordist production mode. The article deals with contract relations of knowledge work within and beyond the standard employment conditions. Subsequently, the terms and perspectives of work regulation in the post-fordist era are examined. Finally the paper argues that the post-fordist mode of work regulation requires a strengthening of the rights of individuals and is characterised by metarules.

Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes

Auszug


Der Kontrakt Der Arbeit Bei Wissensintensiven Dienstleistungen**

1. Annäherung an das Konzept der postfordistischen Arbeitsregulation

1.1 Einleitung

Die ,,Regulationstheorie" markiert mit ihrer Leitdifferenz Fordismus/Postfordismus eine historische Zäsur, die auch bei der Regulation von Arbeit zur Geltung kommt und eine Herausforderung für die überkommenen Institutionen und Formen der industriellen Beziehungen darstellt. Was unter postfordistischer Arbeitsregulation zu verstehen ist, ist jedoch bislang noch weitgehend offen, kommt vorwiegend negativ, als Erosion traditioneller Regulationsstrukturen in den Blick und wird kontrovers diskutiert (Dörre 2003; Candeias/Deppe 2001; FiAB 2001/02, Brand/Raza 2003; Aglietta et al. 2002). Ein Großteil der Beiträge zu dieser Thematik zeichnet sich zudem in Fortsetzung der industriesoziologischen Tradition und Taylorismuskritik dadurch aus, dass sie auf empirische Befunde aus der verarbeitenden Industrie rekurrieren und insofern die Tertiarisierung, den Wandel zur "Dienstleistungsgesellschaft" oder "Wissensökonomie" nicht mit vollziehen. Fordistische Managementprinzipien und Regulationsformen sind auf wissensintensive Dienstleistungsarbeit jedoch nicht ohne weiteres übertragbar.

Damit sind einige Argumente benannt, die es nahe legen, sich auf der Suche nach den Konturen postfordistischer Arbeitsregulation stärker damit auseinander zu setzen, wie Arbeit im Bereich wissensintensiver Dienstleistungen reguliert wird. Die aktuelle Diskussion um die Arbeitsregulation kreist vor allem um sinkende Mitgliederzahlen und Organisationsgrade der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, um die wachsende Zahl von Betrieben ohne betriebliche Interessenvertretung, ohne nennenswerte gewerkschaftliche Repräsentanz und wirksame Tarifbindung, um die Umbrüche in den "Arenen" Tarifautonomie und Betriebsverfassung, die unter veränderten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gekennzeichnet sind durch eine Neugewichtung der gesetzlichen, tariflichen, betrieblichen und individuellen Ebenen der Arbeitsregulation (vgl. Abel/Sperling 2001).

Wir wollen uns an dieser Stelle aus einer eher mikrosoziologischen und vertragstheoretischen Perspektive mit der Form und den Herausforderungen nichtfordistischer Arbeitsregulation beschäftigen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Wissensarbeit organisiert, koordiniert, kontrolliert und kontraktualisiert wird. Die Ausführungen dazu basieren auf Befunden eines empirischen Forschungsprojekts, die hier jedoch nicht in systematisierter Form referiert, sondern im Kontext anderer einschlägiger sozialwissenschaftlicher Beiträge zu diesem Thema reflektiert werden.

In dem von der Hans Böckler Stiftung geförderten Forschungsprojekt "Projektorganisation im Bereich qualifizierter Dienstleistungsarbeit" wurden zwischen Ende 2002 und Anfang 2004 zehn Fallstudien mit insgesamt ca. 80 ausführlichen Interviews durchgeführt. sechs dieser Fallstudien fanden in IT- (Informationstechnologie-) -Dienstleistungsunternehmen statt. Vier dieser Unternehmen hatten jeweils mehrere Tausend Beschäftigte, eines hatte ca. 100 Beschäftigte, ein ande...

Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes

Geförderte Links




ver las páginas en versión mobile | web

ver las páginas en versión mobile | web

© Copyright 2012, vLex. Alle Rechte vorbehalten.

vLex-Inhalte Deutschland

vLex durchsuchen

Für Berufstätige

Für Mitglieder

Unternehmen