Konvergenz Oder 'Varieties of Capitalism'?: Neue Literatur Zur Entwicklung Der Systeme Der Politischen Ökonomie Und Der Industriellen Beziehungen**

Industrielle BeziehungenBand 11 Nr. 3, Juli 2004

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Zusammenfassung


This contribution reviews five new books in the field of employment relations and corporate governance and discusses their contribution to our understanding of recent developments within the German system of industrial relations. As a starting point, this article uses approaches from the field of comparative political science and takes the debate on convergence/divergence of different systems of political economy as its point of reference.

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Auszug


Konvergenz Oder 'Varieties of Capitalism'?: Neue Literatur Zur Entwicklung Der Systeme Der Politischen Ökonomie Und Der Industriellen Beziehungen**

* Dilger, A. (2002): Ökonomik betrieblicher Mitbestimmung. Die wirtschaftlichen Folgen von Betriebsräten. München/Mering, Rainer Hampp Verlag.

* Dörre, K. (2002): Kampf um Beteiligung. Arbeit. Participation und industrielle Beziehungen im flexiblen Kapitalismus. Wiesbaden, Westdeutscher Verlag.

* Höpner, M. (2003): Wer beherrscht die Unternehmen? Shareholder Value, Managementherrschaft und Mitbestimmung in Deutschland. Frankfurt/New York, Campus.

* Katz, H/Darbishire, O. (2000): Converging Divergences: Worldwide Changes in Rmpoyment Systems. Ithaca, ILR Press.

* Völkl, M. (2002): Der Mittelstand und die Tarifautonomie. Arbeitgeberverbände zwischen Sozialpartnerschaft und Dienstleistung. München/Mering, Rainer Hampp Verlag.

Einleitung

Die Frage nach der Konvergenz oder Divergenz der Arbeitsbeziehungen im Allgemeinen und der Industriellen Beziehungen im Besonderen, ist schon seit jeher eine jener "großen" Forschungsfragen, die in Wellenbewegungen auftauchen um alsbald wieder vom Radarschirm der wissenschaftlichen Gemeinde zu verschwinden. Im Bereich der vergleichenden Industrial Relations-Forschung gehört sicherlich die schon fast legendäre Arbeit von Kerr et al. (1960) Industrialism and Industrial Man zu jenen Versuchen, die Konvergenzhypothese als Szenario für zukünftige Entwicklungen zu protegieren. Als Resümee dieser umfassenden Studie, im Zuge derer 78 Wissenschaftlerinnen Systeme der Industriellen Beziehungen in nicht weniger als 35 Ländern untersuchten, präsentieren die Autoren ihre Beobachtung, dass es offensichtliche Übereinstimmungen in den Mustern der Industrialisierung gäbe, die sich letztlich auf Übereinstimmungen der jeweils angewendeten Basistechnologien zurückführen ließen (Kerr et al 1960: 10). Im Ergebnis, so die Hypothese, sei eine Versachlichung der Industriellen Beziehungen auf der Basis des US-amerikanischen Modells zu erwarten.

Außerhalb der Vereinigten Staaten traf diese frühe Amerikanisierungsthese auf nur sehr gebremste Aufmerksamkeit. Je nach Konjunktur und nach politischem Standort waren später das skandinavische und das japanische Modell der Arbeitsbeziehungen bevorzugter Bezugspunkt der Debatte. Nicht zuletzt mit der Intensivierung der Auseinandersetzung mit Prozessen der Globalisierung/Internationa...

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