Die Betriebswirtschaftliche Logik von Outplacement-Leistungen. Theoretische Erklärungsansätze Und Ihre Plausibilität Im Lichte Vorliegender Empirischer Befunde**

Industrielle BeziehungenBand 15 Nr. 3, Juli 2008

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Zusammenfassung


In times of increasing employment uncertainty, the question of employability gains more and more importance. Among the many measures to enhance employee employability the provision of outplacement benefits play a prominent role. This paper takes a first step in systematically exploring the economic rationale of outplacement benefits by considering a number of theoretical approaches that may help to explain the provision of outplacement benefits: An accounting logic, a productivity oriented logic, and a signalling logic are elaborated. As systematic data on the provision of outplacement benefits are lacking, the paper confronts the implications from theory with the anecdotal evidence at hand concluding that there seems to be more than one single rationale for the provision of outplacement benefits. The paper closes with a plea for a theoretically inspired systematic empirical analysis of the provision of outplacement benefits.

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Auszug


Die Betriebswirtschaftliche Logik von Outplacement-Leistungen. Theoretische Erklärungsansätze Und Ihre Plausibilität Im Lichte Vorliegender Empirischer Befunde**

1. Einleitung: Das Phänomen Outplacement und die Frage nach der betriebswirtschaftlichen Logik

Unter Outplacement wird die professionelle Unterstützung von freizusetzenden Mitarbeitern bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz verstanden: Wörtlich übersetzt geht es darum, einen Arbeitnehmer erfolgreich außerhalb des Unternehmens zu platzeren. Der Begriff stammt aus den USA, wo man nach dem 2. Weltkrieg Erfahrungen mit der Trennungsberatung von Soldaten und deren Reintegration in zivile Berufe sammelte.1 Ende der 60er Jahre wurden diese Ansätze von US-Unternehmen der Ölund der Luftfahrtindustrie übernommen; die erste Outplacement-Beratungsfirma wurde 1969 in den USA gegründet (vgl. Hermann 2001: 25). Schätzungen gehen davon aus, dass fast 90 Prozent der großen US-amerikanischen Unternehmen Outplacement einsetzen (vgl. Smith 1993: 202). In Europa ist Outplacement außer in Großbritannien (vgl. Doherty 1998: 346; Mayrhofer/Rundstedt 1991: 42) insbesondere in Frankreich und den Benelux-Staaten verbreitet (vgl. etwa Zimmermann 2001: 44; zu Belgien aktuell siehe Witte et al. 2005). Kieselbach et al. (2006b: 102) sprechen für Belgien, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande dann auch von einem ausgereiften Outplacement-Markt, während Deutschland zu den sich noch entwickelnden Outplacement-Märkten gezählt wird.

Der aktuellsten vorliegenden Studie des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater e.V. (BDU) zufolge lag der Gesamtumsatz der auf Outplacement spezialisierten Unternehmensberater 2004 bei ca. 40 Mllionen Euro und war damit gegenüber dem Vorjahr - nach zweistelligen Wachstumsraten in den Jahren 2001 und 2002 - erneut um 3 Prozent angestiegen (vgl. BDU 2005b).2 Zum Vergleich: Der Beratermarkt insgesamt war im gleichen Zeitraum um 1 Prozent gewachsen und in den beiden Vorjahren sogar um 0,5 Prozent geschrumpft (BDU 2005a), d.h. die relative Bedeutung der Outplacement-Beratung nimmt nicht zuletzt auch aus Sicht der BeraterBranche im Zeitablauf zu.

Dabei vollzog sich die Outplacement-Beratung in Deutschland - nimmt man die Anteile am Branchenumsatz zum Maßstab - zu knapp 50 Prozent in Form unbefristeter Einzeloutplacements, zu 36 Prozent in zeitlich befristeten Einzelberatungen und zu 15 Prozent in Form befristeter Gruppenoutplacements. Bei den befristeten Programmen ist laut BDU im Zeitablauf ein Trend zu immer kürzeren Laufzeiten zu beobachten: Inzwischen haben über 50 Prozent der befristeten Mandate eine Laufzeit von maximal 3 Monaten. Zeitlich unbefristete Mandate betreffen mehrheitlich die Beratung von Managern der ersten beiden Hierarchie-Ebenen; es werden - in Anbetracht der Tatsache, dass die gelieferten Informationen auf der Selbstauskunft der Berater basieren,...

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