Von Der Einfluss- Zur Mitgliedschaftslogik. Die Arbeitgeberverbände Und Das System Der Industriellen Beziehungen in Der Metallindustrie**
Industrielle Beziehungen › Band 13 Nr. 1, Januar 2006
Angeknüpft als:
Industrielle Beziehungen › Band 13 Nr. 1, Januar 2006
Angeknüpft als:Zusammenfassung
Employers' associations in the metalworking industry have developed new strategies concerning both their organisational development and collective bargaining, impressed by growing membership losses and increasing critics by small and medium-sized enterprises. These strategies are the foundation of employers' associations without commitment to the collective bargaining agreements on the one and the decentralisation of collective bargaining agreements on the other hand. The authors try to present the empirical developments and to interpret them as a transition from the logic of influence to the logic of membership. Although this shift has been very successful up to now regarding the development of the membership base of the employers' associations, it is coupled with a turn away from the traditional forms of conflict partnership which can be interpreted as a central pillar of the German system of industrial relations. This development entails a striking potential of erosion.
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Auszug
Von Der Einfluss- Zur Mitgliedschaftslogik. Die Arbeitgeberverbände Und Das System Der Industriellen Beziehungen in Der Metallindustrie**
Einleitung
Über Jahrzehnte gait das deutsche System der industriellen Beziehungen als Paradebeispiel sowohl für in besonderer Weise koordinierte und kooperative Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit als auch für eine außergewöhnliche Stabilität seiner institutionellen Eckpfeiler, geprägt vor allem durch die duale Struktur von Tarifautonomie und Betriebsverfassung. Diese Struktur ist rechtlich durch das Tarifvertragsgesetz und das Betriebsverfassungsgesetz legitimiert. Tarifautonomie und Betriebsverfassung begründen ein System mit zwei ,,Arenen" der Aushandlung und Konfliktregelung (Müller-Jentsch 1986:·18).Seine Stabilität hat dieses System aber nicht nur durch den rechtlichen Rahmen gewonnen, sondern auch und vor allem dadurch, dass es über lange Jahrzehnte von handlungsmächtigen sozialen Akteuren getragen und weiterentwickelt worden ist. Unter diesen Akteuren kam insbesondere den Interessenverbänden von Kapital und Arbeit in der Arena der Tarifautonomie eine entscheidende Rolle für die Stabilität des Systems zu, weil nur sie in der Lage waren, Flächentarifverträge auszuhandeln und deren Verbindlichkeit für die Betriebe und Beschäftigten in ihrem Geltungsbereich sicher zu stellen. Auf der Grundlage relativ hoher und vor allem stabiler Organisationsgrade war es Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften in der Bundesrepublik gelungen, den GroBteil der Beschäftigten und der Unternehmen der deutschen Wirtschaft in das System der Flächentarifverträge einzubinden. Mehr noch, in den Aushandlungen zwischen den Verbänden hatte sich im Laufe der Zeit ein normativer Konsens über die Legitimität der Institutionen und der Funktionsweise des System der industriellen Beziehungen entwickelt, der sowohl von den Interessenvertretern der Arbeitnehmer als auch von denen der Unternehmen getragen wurde. Daran anknüpfend entstand zwischen den Verbänden eine Handlungslogik der ,,Konfliktpartnerschaft", die sich wesentlich darauf gründete, dass die Akteure im Rahmen einer pragmatischen Interessenvermittlung ihre Interessen wechselseitig anerkennen und ,,inkorporieren" und auf diese Weise sowohl Verteilungsfragen klären als auch Lösungen für Probleme entwickeln (Müller-Jentsch 1999: 9).Es waren die Integrations- und Organisationsleistungen der deutschen Arbeitsmarktverbände, die in der Korporatismusdebatte als Vorbild für die Typisierung ,,korporatistischer" Verbandsstrukturen dienten. Korporatistische Verbände zeichnen sich im Unterschied zu pluralistischen dadurch aus, dass sie auf der Grundlage einer gefestigten Mitgliederbasis hohen Einfluss nach außen, auf andere Verbönde und den Staat, ausüben können und dabei nicht nur gegebene Interessen ihrer Mitglieder repräsentieren, sondern als ,,private Interessenregierungen" kollektive Interessen auch unabhängig von ihren Mitgliedern formulieren und vertreten können (Schmitter/Streeck 1999: 208). Als entscheidende Variable für die Klassifikation von Verbänden gait dabei ihre jeweilige Zuordnung zu bestimmten Handlungslogiken. Mit dem Begriffspaar von ,,Einfluss- und Mitgliedschaftslogik" wurden zwei Handlungslogiken für die jeweiligen Verbandstypen bestimmt (Streeck 1999: 288). In der Einflusslogik steht die aktive Gestaltung der wirtschaftlichen und gesellschaftlich...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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