Betriebe Ohne Betriebsrat - Welche Rolle Spielen Betriebsspezifische Formen Der Mitarbeitervertretung?**
Industrielle Beziehungen › Band 12 Nr. 2, April 2005
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Industrielle Beziehungen › Band 12 Nr. 2, April 2005
Angeknüpft als:Zusammenfassung
The labour relations in establishments without works councils have received increasing attention since the debate about the erosion of the dual system of co-determination. Against this background, using the data of the LAB-establishment-panel, the paper deals firstly with the coverage and quantitative development of the so called co-determination-free zones, but for the first time by taking into account firm specific institutionalized forms of participation. The question whether companies with such facilities differ from those without any means of employee representation leads us to an econometric analysis of their determinants, revealing as relevant factors structural characteristics of the company, the composition of the workforce and the coverage by a collective agreement. Furthermore we examine the possible effects of firm specific forms of participation on the establishments' personnel policy by using a matched-pairs-analysis. These facilities - in a similar manner to works councils - seem to stabilize matters, resulting among other things in lower labour-turnover-rates and greater efforts in the development of the firms' human capital.
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Auszug
Betriebe Ohne Betriebsrat - Welche Rolle Spielen Betriebsspezifische Formen Der Mitarbeitervertretung?**
1. Einleitung
Bekanntlich bilden die betriebliche Mitbestimmung und die Tarifautonomie die beiden tragenden Saulen im bundesdeutschen System industrieller Beziehungen. Auf das eigentiimliche Ineinandergreifen dieser beiden formal unabhàngigen Institutionen mit ihren wechselseitigen Abhàngigkeiten und die daraus resultierende Fàhigkeit zur kooperativen Konfliktverarbeitung wurde immer wieder hingewiesen (z.B. Schmidt/Trinczek 1991; Miiller-Jentsch 2003); in letzter Zeit aber ebenso auf die zunehmende Bedrohung dieses uber lange Jahre stabilen (und erfolgreichen) Arrangements (z.B. Artus 2001; Schmierl 2001; Hassel 1999).Die zentralen Veranderungen im dualen System industrieller Beziehungen, die das bisherige austarierte Arrangement der Interessenregulierung unter Druck setzen, sind ebenfalls schon hinreichend beschrieben worden und sollen an dieser Stelle nur kurz rekapituliert werden. Das ist zum einen der starke Ruckgang in der Verbreitung tarifgebundener Betriebe. So sank der Deckungsgrad von Flàchentarifvertràgen in Westund vor allem Ostdeutschland seit Mitte der 90er Jahre deutlich (z.B. Kohaut/Schnabel 2003). Allerdings hat hier in jungster Zeit offensichtlich in beiden Landesteilen eine Stabilisierung auf niedrigerem Niveau stattgefunden (vgl. Ellguth/Kohaut 2004). Dariiber hinaus nahm auch die inhaltliche Normsetzungskraft der Tarifvertrâge ab. Das Ignorieren bzw. die Unterschreitung von vereinbarten Tarifstandards hat mittlerweile vor allem in den neuen Bundeslandern den Status einer Ausnahme verloren (vgl. Artus u.a. 2000; Artus 2001).Unabhàngig von der formalen und inhaltlichen Geltungskraft von TarifVertràgen fand in den letzten 20 Jahren die Verbetrieblichung der Austauschbeziehungen statt, sprich die Verlagerung von Regelungskompetenzen von der tariflichen auf die betriebliche Ebene (z.B. Schmidt/Trinczek 1989). Dieser Trend zur differenzierten Umsetzung tariflicher Rahmenbedingungen auf Betriebsebene wurde zuletzt durch die steigende Anzahl betrieblicher Vereinbarungen zur Beschaftigungssicherung (Betriebliche Bundnisse fur Arbeit) fortgesetzt und verstàrkt (z.B. Massa-Wirth/Seifert 2004; Seifert 2000). In der Diskussion zur Reform des Arbeitsmarktes wird zudem vielfach eine noch stàrkere Offnung und Flexibilisierung von Tarifvertragen verlangt. Dies geht bis zur Forderung einer Neudefinition des Gunstigkeitsprinzips bzw. einer gesetzlichen Legitimierung betrieblicher Bundnisse auch ohne die Beteiligung der Tarifpartner (z.B. Sachverstandigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 2003; Bundesministerium fur Wirtschaft und Arbeit 2003; Deutscher Bundestag 2003).Es liegt auf der Hand, dass der mit diesen Entwicklungen verbundene grundsàtzliche Bedeutungsgewinn der betrieblichen Ebene auch die Institution des Betriebsrats betrifft, dem eine zunehmend wichtigere Rolle im dualen System zukommt. Das Funktionieren dieser verànderten (auch der bislang nur geforderten) Arrange...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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