Organisatorischer Wandel von Gewerkschaften in Postkommunistischen Ländern. Der Fall Der Solidarnosc**
Industrielle Beziehungen › Band 16 Nr. 1, Januar 2009
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Industrielle Beziehungen › Band 16 Nr. 1, Januar 2009
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Since the Eastern Enlargement of the EU, the conditions in which trade unions operate in Central Eastern Europe have changed considerably. The influence of the communist heritage and the dilemmas of the transformation period are losing their importance. Using the example of the Solidarity union, the article analyses the organisational change of unions in Central Eastern Europe. The failure of Solidarity's involvement in party politics has led to increasing attention being focused on workplace organizing activities following the AngloAmerican model. The young union activists develop a different self-conception from older unionists. The reference to Solidarity's history is disappearing, which leads to conflicts about the union's identity and its goals. The new union organisations are born from resistance to abusive practices of employers and lack a strong collective identity which makes it difficult in the long term to stabilise membership. The introduction of works councils has had only a marginal influence on trade unions and industrial relations. The paper is based on qualitative semi-structured interviews with trade unionists in Solidarity's headquarter and in four manufacturing plants in Poland. [PUB ABSTRACT]
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Auszug
Organisatorischer Wandel von Gewerkschaften in Postkommunistischen Ländern. Der Fall Der Solidarnosc**
1. Einleitung
Die Entwicklung der Gewerkschaften in Mittelosteuropa war in den 1990er Jahren durch das Erbe der kommunistischen Herrschaft und durch die besonderen Probleme der Trans formationszeit geprägt. Das gewerkschaftliche Dilemma der Trans formationszeit haben Deppe und Tatur (2001 : 92) folgendermaßen charakterisiert: "Das zentrale organisationspolitische Dilemma der Gewerkschaften besteht also darin, sich als Interessenvertretung von Arbeitnehmern unter Bedingungen konstituieren zu müssen, die eine solche Interessenvertretung außerordentlich erschweren oder gar nicht wünschenswert erscheinen lassen." Die Gewerkschaften mus sten die Aufgabe der Interessenvertretung der Beschäftigten im Kontext eines Wirtschaftseinbruchs und einer hohen Arbeitslosigkeit übernehmen und zugleich die Forderungen der Beschäftigten so weit disziplinieren, dass sie den Fortgang des Systemwandels nicht gefährdeten (vgl. Poliert 2001; Ost 2001). Zudem prägte das Erbe der kommunistischen Zeit, in der die Gewerkschaften auf die Rolle einer Organisation zur Verteilung betrieblicher Sozialleistungen reduziert waren, die Gewerkschafter, während Erfahrungen mit der Interessenvertretung in kapitalistischen Unternehmen fehlten.Seit dem Ende der 1990er Jahre und spätestens seit dem EU-Beitritt der mittelosteuropäischen Länder haben sich die Handlungsbedingungen der Gewerkschaften grundlegend verändert. Zum ersten erwies sich die Beteiligung der Gewerkschaften an Regierungen - eine Besonderheit Polens - als wenig erfolgreich und führte zu einer wachsenden Distanz zwischen Gewerkschaften und politischen Parteien. Zum zweiten haben in ganz Mittelosteuropa wachsende Arbeitskräfteknappheiten infolge von Migration und anhaltenden ausländischen Direktinvestitionen die Arbeitslosigkeit der 1990er Jahre abgelöst. Zum dritten hat der EU-Beitritt zur Einführung von Betriebsräten geführt. Inwieweit prägt das Transformationsparadigma überhaupt noch die Gewerkschaften in Mittelosteuropa und wo las st sich Wandel oder gar ein Pfadbruch beobachten?Im vorliegenden Artikel wird der organisatorische Wandel der Gewerkschaften in postkommunistischen Ländern am Beispiel der Solidarno sc in Polen untersucht. Dabei werden vier Thesen entwickelt:* Das Scheitern des parteipolitischen Engagements der Solidarnosc hat eine Hinwendung zu Mitgliederwerbung und Organizing in den Betrieben bewirkt (These 1), wenngleich Konflikte über parteipolitische Bindungen und über die Ressourcenverteilung auf verschiedene Ebenen und Ziele anhalten.* Organisierungserfolge in Betrieben haben den Mitgliederschwund der Solidarnosc beendet, sie bergen aber Konfliktpotential zwischen der alten und der neuen Generation von Gewerkschaftern, da sich die Identitäten der jungen Gewerkschafter sowie ihre Definition gewerkschaftlicher Ziele und Handlungs formen von denen der älteren Gewerkschafter unterscheiden (These 2).* Das Engagement...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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