ÜBerblick: Personalforschung an Hochschulen

Zeitschrift für PersonalforschungBand 21 Nr. 4, Oktober 2007

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Zusammenfassung


The Zeitschrift fur Personalforschung (ZfP) - German Journal of Human Resource Research - is an academic journal which is concerned with state-of-the-art research in the area of strategic and operative human resource management (HRM) in organisations. The journal seeks to publish articles on the broad subject of HRM without limiting its profile to one particular definition of HRM, discipline or methodology. It seeks to attract contributions which can be in the form of review essays, conceptual papers with critical reflection, and empirical studies, which are particularly welcomed. Its focus on the academic debate sets the ZfP aside from other personnel journals which serve primarily as discussion forums for practitioners and to provide tool application recommendations.

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Auszug


ÜBerblick: Personalforschung an Hochschulen

1. Personalmanagement allgemein/Strategisches

Personalmanagement/Steuerung der Personalarbeit

Markus Faller

Strategieorientierte HR Due Diligence*

Betreuer: Prof. Dr. Walter A. Oechsler, Universität Mannheim

1. Problemstellung

Volumen und Anzahl von Unternehmenskäufen steigen wieder in neue Rekordhöhen. Unternehmensakquisitionen sind vor dem Hintergrund immer dynamischerer Wettbewerbsumfelder und einer voranschreitenden Konsolidierung in vielen Industrien ein wichtiges Instrument des strategischen Managements. Trotz der strategischen Bedeutung von Unternehmensakquisitionen werden regelmäBig deren Misserfolgsquoten beklagt. Immer wieder zeigen Untersuchungen, dass der Erwerb eines Unternehmens fiir den Kaufer mit erheblichen Risiken verbunden ist. In den 1990er Jahren wurde in der mangelhaften Beriicksichtigung qualitativ-personaler Aspekte beim Integrationsmanagement ein Grund fiir diese ungeniigende Zielerreichung diskutiert und eine starkere Einbindung des Human Resource Management als Post-Merger-Gestalter bzw. Change Agent der Integrationsphase gefordert. Aufgrund der weiterhin auftretenden Integrationsprobleme riickt allerdings immer mehr die vorvertragliche Phase einer Akquisition in den Mittelpunkt des Interesses. Aufgabe einer Due Diligence-Priifung ist es, die Verhaltnisse im Zielunternehmen vor dem Hintergrund der strategischen Ziele der Akquisition zu analysieren und so die Kaufentscheidung selbst bzw. die Vertragsgestaltung zu unterstiitzen. Ziel der Arbeit ist es deshalb, die Funktion einer HR Due Diligence auf theoretischer Basis zu untersuchen und einen strategieorientierten Ansatz zur Uberwindung vorvertraglicher Informationsasymmetrien zu entwickeln.

2. Theoretische Grundlage

Zwischen Käufer und Verkäufer bestehen Informationsasymmetrien bzgl. der genauen Eigenschaften des Zielunternehmens. Gleichzeitig sind dem Ausschluss von Akquisitionsrisiken im Sinne einer perfekten Vertragsgestaltung enge Grenzen gesetzt. Dies gilt insbesondere für personalwirtschaftliche Fragestellungen. Mithilfe der Principal-Agent-Theorie lässt sich problemadäquat erklären, weshalb Käufer und Verkäufer bei Unternehmensakquisitionen eine HR Due Diligence durchführen bzw. zu deren Durchführung Informationen bereitstellen. So ist die vorvertragliche Analyse fiir den Kaufinteressenten ein "Screening" des Zielunternehmens. Als "Screening" können all jene Aktivitäten verstanden werden, mit denen der Kaufinteressent versucht, Informationen über die Beschaffenheit des angebotenen Gutes zu erfassen und auszuwerten. Aus Sicht des Verkäufers kann die Bereitstellung von Informationen als "Signalling" verstanden werden. Die Ausgestaltung der vorvertraglichen Analyse wird bei Käufer und Verkaufer durch das Verhältnis zwischen den durch die Analyse verursachten Kosten und dem durch die Analyse gestifteten Nutzen bestimmt.

Als Raster der Prüfinhalte einer HR Due Diligence wird das "European (Contextual) HRM Model" von Brewster gewählt. Auf dessen Basis lässt sich konzeptionell gestützt ein Prüftaster entwickelt, das externe Faktoren der Unternehmensumwelt und interne Faktoren des Zielunternehmens umfasst. Charakteristisch für das HRM auch in Deutschland sind Einschränkungen der Handlungsspielräume durch arbeitsrechtliche Regelungen, die deshalb im Rahmen einer HR Due Diligence von zentraler Bedeutung sind.

3. Empirie

Bei der empirischen Erhebung wurden Käuferunternehmen aus Industrie und Diensdeistungsbranche untersucht, die in den letzten vier Jahren am Akquisitionsmarkt aktiv waren. Aufgrund der sehr hohen Vertraulichkeit der Due Diligence-Analysen wurden die Falle auf Wunsch der beteiligten Unternehmen anonymisiert. Die Beftagung erfolgte anhand halbstrukturierter Experteninterviews. Interviewpartner waren HR-Experten des Käuferunternehmens, die an der Due Diligence aktiv beteiligt waren. Ziel der Beftagung war die Erhebung der Stellhebel einer strategieorientierten Analyse des Zielunternehmens.

Bei der Prüfung des Zielunternehmens beeinflussen nach Angaben der beftagten Experten vor allem zeitliche und informatorische Restriktionen die Analysemöglichkeiten der HR Due Diligence. In den untersuchten Fällen konzentrierten sich die HR Experten deshalb auf solche Prüfinhalte, die aus strategischer Sicht als erfolgskritisch eingestuft wurden. Mit dem Analyseschwerpunkt variierte dann auch die Relevanz bestimmter Informationsquellen und die Zusammensetzung des HR-Teams. Strategieunabhängige Themen, die in den Fallstudien fast immer geprüft wurden, sind im Wesentlichen die Fortführung der Personalbetreuung, die Identifikation von Schliisselpersonal und die Bewertung monetarer Kostenrisiken vor allem der betrieblichen Alters vers orgung.

Als erste strategische Variable zur Fokussierung der HR Due Diligence wurde die Rolle der Mitarbeiter im Rahmen der Akquisitionsstrategie bestätigt. Mithilfe der strategischen Bedeutung des Wissens der Mitarbeiter des Zielunternehmens wurde im Rahmen der HR Due Diligence entschieden, ob ein potenzie...

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