'Professoren Haben Weniger Probleme, Die Machen Sie Meistens.' Die Repräsentationsproblematik Der Betriebsräte Des Wissenschaftlichen Personals an Österreichischen Universitäten**

Industrielle BeziehungenBand 16 Nr. 1, Januar 2009

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Zusammenfassung


Works councils are usually regarded as homogenous actors rather than as a conglomeration of individual actors with heterogeneous values and norms. As a consequence, up-to-now tensions and discrepancies within works councils have remained an under-researched issue within the context of labor relations. In this paper, we draw on this issue by documenting and discussing tensions within the newly constituted works councils at the public universities in Austria. Empirical data were collected by conducting qualitative interviews at 14 Austrian universities. We show that contrasting views exist regarding the need for an institutionalized representation of interests. Moreover, we discuss causes and consequences of these conflicting views. [PUB ABSTRACT]

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Auszug


'Professoren Haben Weniger Probleme, Die Machen Sie Meistens.' Die Repräsentationsproblematik Der Betriebsräte Des Wissenschaftlichen Personals an Österreichischen Universitäten**

1. Einleitung

In der Literatur wird der Betriebsrat eher als monolithisch strukturierter Kollektivakteur (Trinczek 1989: 447) denn als Ansammlung von Individuen mit heterogenen Werten und Zielsetzungen charakterisiert. Tatsächlich stellen Betriebsräte jedoch Gremien dar, in denen diverse (nicht zuletzt mikropolitische) Abstimmungs- und Aushandlungsprozesse stattfinden müssen, um die Handlungsfähigkeit des Gremiums sicherzustellen. Als Konsequenz der Vorstellung von Betriebsräten als anämischen Gebilden sind Konflikte, die ihren Ursprung in heterogenen Überzeugungen der Individualakteure innerhalb der Betriebsratsgremien finden, selten in der wissenschaftlichen Literatur thematisiert worden (vgl. dazu als erwähnenswerte Ausnahmen Artus et al. 2001, Kotthoff 2003a). Bereits Fürstenberg (2000 [1958]: 21) hat im Rahmen seiner Skizzierung des Betriebsrats als Grenzinstitution jedoch auf die Problematik hingewiesen, die sich daraus ergibt, dass der Betriebsrat aus ?mehreren Personen [besteht], die in den Verhandlungen mit der Betriebsführung als soziale Gruppe auftreten müssen", sowie daraus, dass diese Ansammlung unterschiedlicher Personen gleichzeitig eine Vielzahl heterogener Belegschaftsinter ess en zu vertreten hat. Dies bezeichnet er als Repräsentationsproblem der Vertretungsarbeit.

Solche Repräsentationsprobleme können auf unterschiedlichen Ebenen wirksam werden. Im Rahmen dieser Arbeit unterscheiden wir das interne (unterschiedliche Ziele, Interessen, Werte und Normen einzelner Betriebsratsmitglieder) vom externen Repräsentationsproblem (unterschiedliche Ziele und Interessen einzelner Belegschaftssegmente).

Dieser Beitrag setzt sich mit dem internen Repräsentationsproblem in den neu gegründeten Betriebsräten des wissenschaftlichen Personals an den österreichischen Universitäten auseinander. Als im Zuge der Umsetzung des Universitätsgesetzes 2002 (UG 2002) Betriebsräte sowohl für das wissenschaftliche als auch für das sogenannte allgemeine Personal an den österreichischen Universitäten installiert wurden, die bisherige Formen der Belegschafts Vertretung ablösten, wurden Professorenschaft und Mittelbau (zwei separate Kurien/ Statusgruppen) in einem gemeinsamen Vertretungs organ (dem Betriebsrat des wissenschaftlichen Personals) zusammengefasst. Wir untersuchen die Frage, wie diese Gruppen (Kurien), deren Mitglieder unterschiedlich sozialisiert sind und zwischen denen oft hierarchische Ober- und Unterordnungsbeziehungen bestehen, in einem gemeinsamen Vertretungsgremium miteinander umgehen. Wir zeigen, dass sich Ansprüche und Erwartungen an den Betriebsrat zwischen den beiden Kurien unterscheiden.

Der Aufsatz gliedert sich folgendermaßen: Zunächst zeichnen wir die Entwicklung der Mitbestimmung innerhalb des österreichischen Hochschulwesens nach (Abschnitt 2). Anschließend skizzieren wir die Charakterisierung des Betriebsrats als Grenzinstitution nach Fürstenberg unter besonderer Berücksichtigung der Repräsentationsthematik (Absch...

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