Regulierungsform Und Verbetrieblichungsneigung von Managern Und Betriebsräten. Ergebnisse Einer Empirischen Erhebung*

Industrielle BeziehungenBand 14 Nr. 4, Oktober 2007

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Zusammenfassung


Critics of the German multi-employer collective bargaining system demand a change in favour of increased bargaining at plant level. Even though it would be the individual company and its actors - management and works council - which would face the consequences of this decentralization of collective bargaining, surprisingly little is known about these actors' attitudes to decentralization. This article deals with the opinions of managers and works councils about decentralization and the anticipated consequences with the shift of bargaining to the plant level. The analysis furthermore focuses on the impact of the existing degree of decentralization on the attitude to decentralization. We use data from an empirical study that surveyed 1000 managers and 1000 works councillors.

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Auszug


Regulierungsform Und Verbetrieblichungsneigung von Managern Und Betriebsräten. Ergebnisse Einer Empirischen Erhebung*

1. Fragestellung und Hintergrund

In unserem Beitrag geht es um die Frage, welche Folgen Manager und Betriebsräte einer zunehmenden Verlagerung der Verhandlungen - vor allem über Löhne und Arbeitszeiten - von der überbetrieblich-tariflichen auf die betriebliche Ebene (kurz: Verbetrieblichung) zuschreiben und welche Haltung (Verbetrieblichungsneigung) diese Akteure gegenüber einer solchen Änderung des Verhandlungssystems zeigen. Als Datenbasis ziehen wir eine Befragung von 1000 Managern und 1000 mit ihnen in Verhandlungsbeziehungen stehenden Betriebsräten heran. Dabei wollen wir nicht nur die Differenzen zwischen den betrieblichen Parteien beschreiben, sondern auch die Ursachen für Unterschiede bei den jeweiligen Akteuren identifizieren.

Unsere zentrale Frage lautet: Wie wirkt die im Retrieb vorhandene Regulierungsform (z.B. die Bindung oder Nichtbindung an einen Flächentarifvertrag) bqw. der Verbetrieblichungsgrad auf die Wahrnehmung der erwarteten Folgen und die Haltung zur Verbetrieblichung?

Man könnte vermuten, dass Manager in Betrieben mit einem hohen Verbetrieblichungsgrad (keine Tarifbindung des Betriebs, keine Orientierung am Flächentarifvertrag) gute Erfahrungen mit einer betriebsnahen Regulierung gemacht haben und daher solchen Lösungen generell stärker positiv gegenüberstehen als Befragte aus Betrieben mit einem geringeren Verbetrieblichungsgrad. Es könnte darüber hinaus auch sein, dass sowohl Betriebsräte als auch Manager eine Verlagerung von Tarifverhandlungen auf die Betriebsebene günstiger bewerten, wenn eine gute soziale Beziehung in Form eines Vertrauensverhältnisses zwischen den Parteien besteht. Zudem könnte die wahrgenommene Macht des Verhandlungspartners einen Einfluss haben. Daher berücksichtigen wir die Sozialbeziehung als weitere Variablengruppe neben der Regulierungsform. Diese Überlegungen werden wir bei der Hypothesenformulierung näher ausarbeiten.

Die Relevanz unserer Frage ist vor dem Hintergrund der "VerbetrieblichungsDebatte" zu sehen. Kritiker fordern eine Abkehr vom Flächentarifvertragssystem, somit eine stärkere Verbetrieblichung (siehe z.B. die Beiträge in Zohlhöfer 1996; Berthold/Stettes 2001). Flächentarifverträge sollen dieser Auffassung zufolge allenfalls noch Rahmenregelungen enthalten. Tarifverträge ließen sich über Betriebsvereinbarungen besser betriebsspezifisch inhaltlich ausfüllen. Manche Forderungen zielen noch weitergehend darauf, Tarifverträge gänzlich durch Betriebsvereinbarungen oder ähnliche, betriebsspezifisch geltende Regelungen zu ersetzen (vgl. kritisch Bispinck 2004). Ein betriebsnäheres Verhandlungssystem ermögliche eine bessere Orientierung an der wirtschaftlichen Lage des einzelnen Betriebes und erleichtere die Anpassung an den technischen und strukturellen Wandel. Zwar müsse man mit zunehmenden betrieblichen Konflikten, zeitraubenden Verhandlungen etc. rechnen, sprich: mit steigenden Transaktionskosten (zusammenfassend vgl. Schn...

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