Der Co-Manager Und Seine Arbeitsweise. Die Interne Arbeitsorganisation von Betriebsräten Im Öffentlichen Personennahverkehr**

Industrielle BeziehungenBand 12 Nr. 4, Oktober 2005

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Zusammenfassung


The co-manager type is receiving increasing attention in the discussion about works councils. This article looks at whether different types of works councils organize their work and use the resources at their disposal in different ways. The empirical basis is a written survey of all works councils in public transport companies in Germany. It shows that the internal work organization of co-manager councils is much more professionalized compared with the conventional, engaged and ambitious works councils. At the same time, it distinguishes itself by involving the workforce more intensively, thus acquiring additional human resources.

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Auszug


Der Co-Manager Und Seine Arbeitsweise. Die Interne Arbeitsorganisation von Betriebsräten Im Öffentlichen Personennahverkehr**

1. Einleitung

Die vielerorts beschriebenen Wandlungsprozesse in den bundesdeutschen industriellen Beziehungen machen neugierig auf eine Bestandsaufnahme der darin verorteten Akteure. Sich verändernde Rahmenbedingungen und Konstellationen drängen die involvierten Protagonisten in Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse und verursachen damit einen Handlungsdruck, der strukturelle, organisatorische oder personenimmanente Unterschiede zwischen den Beteiligten offener und damit ,,greifbarer" zu Tage fördert. Betriebsräte werden aus vielerlei Gründen im Zuge der stattfindendenden Verönderungsprozesse zu einer zentralen Schnittstelle organisationalen Wandels. AIs ,,Grenz- bzw. intermediäre Institution" (Müller-Jentsch 1997: 281) haben sie den Drahtseilakt zu vollziehen, einerseits fur den Faktor Arbeit eine adäquate Interessenvertretung abbilden zu wollen, anderseits dieses Mandat im Lichte und unter Beachtung wirtschaftlicher Betriebsziele ausführen zu müssen. Letztlich stehen Betriebsräte vor der Herausforderung, die durch äußere oder interne Veränderungen, aber auch die durch ihre institutionelle Verankerung hervorgerufenen Spannungsmomente aufzunehmen und konstruktiv aufzulösen. In Folge dessen rucken gerade im Zusammenhang mit der Assimilation von Veränderungsprozessen Aktions- und Reaktionsmuster von Betriebsräten in den Fokus des Interesses.

So unterschiedlich das methodische Herangehen und das interdisziplinär konnotierte Interesse an Betriebsräten auch sein mag, ein großer Teil der häufiger rezipierten Forschungsarbeiten (Dybowski-Johannson 1980; Weber 1981; Osterloh 1993; Kotthoff 1981, 1994; Müller-Jentsch/Seitz 1998) gleicht sich zumindest in einem Punkt: Es geht darum, für die Interessenvertreter typische Handlungsmuster und - situationen aufzufinden. Damit wird der Versuch unternommen, die Beziehungen zwischen Betriebsrat und Unternehmensführung zu beschreiben, um darauf aufbauend soziologisch tragfähige Klassifikationsmuster abzuleiten. Auf dieser Grundlage lassen sich Typologien, zumindest aber konzeptuelle Bezugsrahmen extrahieren, die es ermöglichen, Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Typen der Interessenvertretung durchzuführen und diese im Hinblick auf verschiedene Zielkriterien zu untersuchen.

Auf diese Weise soil die Bandbreite des Handelns und Wirkens von Betriebsräten abgebildet und im Rahmen von zumeist kategorialen Typologien systematisiert werden. Dabei stehen vor allem zwei Diagnoseebenen im Vordergrund, und zwar die Interaktionsbeziehung zum Management sowie die Mitgestaltung des Wandels. Diese Arbeiten lassen aber eine entscheidende Fragestellung unbeantwortet: Es wird nicht deutlich, welche Einflussgrößen die Betriebsräte in ihrem Betriebsratshandeln veranlassen, bestimmte Themenbereiche aufzugreifen oder auch unberücksichtigt zu lassen; es bleibt offen, wie Betriebsräte die Wahrnehmung ihrer Aufgaben organisieren. Mit...

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