Sektorale Sozialdialoge in Der Europäischen Union - Zur Aktuellen Situation Und Zukünftigen Entwicklung**
Industrielle Beziehungen › Band 13 Nr. 2, April 2006
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Industrielle Beziehungen › Band 13 Nr. 2, April 2006
Angeknüpft als:Zusammenfassung
This paper deals with the current situation and future prospects for social dialogue, in particular, at the sectoral level. In contrast to the majority of other contributions, this article focuses on the neglected phases of transposition and implementation. It presents first a short overview of the development of traditional social dialogue up to the major restructuring in the late 1990s. Next, it focuses on the currently dominant forms and their development and controversial judgements. Then it analyses the next generation of autonomous, bilateral dialogues, their prospects, and the future role of the European Commission. The article concludes with a short analysis of the outlook for the contribution of these social dialogues to the development of "European" industrial relations.
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Auszug
Sektorale Sozialdialoge in Der Europäischen Union - Zur Aktuellen Situation Und Zukünftigen Entwicklung**
1. Einleitung und Problemstellung
Sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als auch in der politischen Diskussion findet der Begriff Sozialdialog zumeist in einem umfassenden Sinne Verwendung; dieser inflationäre Gebrauch schließt sämtliche Formen der Konzertierung zwischen Arbeitgeber(-verbänden), Gewerkschaften und Staat ein. Weiterhin werden tripartistisch angelegte Strategien sowohl auf der nadonalen als auch auf der supranationalen Ebene subsumiert, so dass der Terminus nahezu als Synonym für ,,System der Arbeitsbeziehungen" steht (ILO 1997, 2004). Im Gegensatz zu dieser verwirrenden Terminologie verwenden wir den Begriff nur für die supranationale Ebene1 und ausschließlich für die Beziehungen zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, für die wir die gemeinschaftsoffizielle Bezeichnung Soyalpartner übernehmen, sowie für deren Beziehungen mit der Kommission.2Sozialdialoge können sowohl auf zentraler als auch auf sektoraler Ebene stattfinden.3 Wir unterscheiden trotz rechtlich-institutioneller Parallelen explizit zwischen zentral-branchenübergreifenden und dezentral-sektoralen Varianten. Erstere behandeln wir aus mehreren Gründen nicht: Zum einen werden ihre Strukturen und Ergebnisse bzw. Nicht-Ergebnisse an anderen Stellen ausführlich diskutiert (Falkner 1998; Hartenberger 2001; Keller 2001). Zum andern findet seit Ende der 1990er Jahre eine erhebliche Bedeutungsverschiebung von der zentralen zur sektoralen Variante statt. Sektorale Sozialdialoge sind als Regulierungsinstrumente für die Entwicklung ,,europàischer" industrial relations aus mehreren Gründen eher geeignet als zentrale. ,,At this level, the problems of organising capacity are not yet so great as at the macro level, where they have become almost unmanageable; equally, at the meso level the fragmentation of interests is not yet so pronounced as at the micro level, where the risk is that trade unions may see their power position eroded" (Traxler 1996: 296). Weiterhin können im Vergleich zu zentralen Sozialdialogen bessere und angepasste, d.h. flexiblere und spezifischere Rahmenvereinbarungen getroffen werden. SchlieBlich werden in der Mehrzahl der alten EU-Mitgliedsländer derartige Probleme auf der Branchen- und nicht auf der Betriebsebene4 geregelt (Ferner/Hyman 1998; Traxler et al. 2001), auf der die Interessen im Vergleich zur zentralen Ebene homogener sind; der Sektor ,,represents the backbone of the bargaining structure in most continental European countries" (Treu 1996: 181).Die inzwischen umfangreiche Diskussion über die Entwicklung ,,europäischer" Arbeitsbeziehungen beschränkt sich einseitig auf die anderen Ebenen. Probleme der korporativen Akteure und deren Interessen auf Sektorebene werden nicht angemessen berücksichtigt. Daher besteht unser Ziel in einer realistischen, auf empirischer Grundlage basierenden Einschätzung der aktuellen Entwicklung sowie vor allem der Perspektiven. Wir argumentieren bei unseren Antworten auf die Fragen nach dem ,,Herzstuck" europäischer industrial r...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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