Selbst- Und Fremdvertrauen - Konzepte, Wirkungen, Märcheninterpretationen**

Zeitschrift für PersonalforschungBand 18 Nr. 4, Oktober 2004

Angeknüpft als:

Zusammenfassung


This article focuses on the following questions: 1. Which factors influence a relatively stable self-confidence and which further factors should be included? 2. To what extent can self-confidence as a disposition form a stable core of trust in others which is often regarded as being volatile? 3. To what extent does this core influence dependence on the behaviour of others and thus own behaviour in trust situations? 4. What can employees and management learn from fairytales?

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Auszug


Selbst- Und Fremdvertrauen - Konzepte, Wirkungen, Märcheninterpretationen**

Die Diskussion in Wissenschaft und Managementpraxis zum interpersonellen Fremdvertrauen wurde in den letzten zwei Jahrzehnten breit geführt. Ähnliches gilt für die davon vorwiegend getrennte Analyse des Selbstvertrauens - meist unter den Begriffen Selbstwirksamkeit, Kontrollüberzeugung, emotionale Stabilität. Vernachlässigt bis ausgeblendet blieb die Diskussion des Einflusses von Selbst- auf Fremdvertrauen. Dies wohl auch, weil für die beiden Aspekte verschiedene Theorieansätze verwendet werden. Denn beim Selbstvertrauen dominiert die eigenschafts-, lern- und attributions-theoretische Analyse. Beim Fremdvertrauen werden dagegen entscheidungs-, hand-lungs- oder interaktionstheoretische Konzepte bevorzugt.

Die neuere europäische Märchenforschung (vgl. dazu auch Franz 2004; Lüthi 1996) konzentriert sich in der Psychologie auf tiefenpsychologische Interpretationen nach G.G. Jung (vgl. z.B. Käst 1990). In vielen - nicht nur in deutschen - Monographien wurden vor allem Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm (Grimm/Grimm 1999; Seitz 1985) analysiert. Mit einer Auswahl von 17 aus diesen 200 Märchen haben auch wir eine spezielle sowie typische Fragestellung aufgegriffen. Sie befasst sich über eine Literaturanalyse dieser ,,Fallstudien" mit der Bedeutung und Verbindung von Selbst- und Fremdvertrauen bei ihren Heldinnen und Helden, also einer besonderen Zielgruppe (virtuell) erfolgreicher junger Menschen und Vorbilder. Natürlich kann man diesen Analysen im positivistischen Sinne keine größere empirische Beweiskraft zuschreiben als den in der Psychologie so beliebten Fallbeispielen.

Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses dieses Beitrags stehen folgende Fragen:

* Welche Einflussfaktoren bestimmen das Selbstvertrauen und welche werden in der wissenschaftlichen Diskussion vernachlässigt?

* Mit welchen Formen des Selbstvertrauens lassen sich Vertrauensverletzungen leichter ertragen oder aktiv bewältigen?

* Inwieweit kann Selbstvertrauen als Persönlichkeitsdisposition eine ähnlich stabile Disposition des meist nur als volatil diskutierten Frem...

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