Arbeitsbeziehungen Und Sozialintegration in Industriebetrieben Mit Beschäftigten Deutscher Und Ausländischer Herkunft**
Industrielle Beziehungen › Band 14 Nr. 4, Oktober 2007
Angeknüpft als:
Industrielle Beziehungen › Band 14 Nr. 4, Oktober 2007
Angeknüpft als:Zusammenfassung
This article examines the role of workplace industrial relations in promoting social integration in workplaces with employees of German and foreign origin. Empirically based on interviews, group discussions and a standardized survey in three manufacturing companies, it describes works councils as important actors for social integration at the workplace. Embedded in a field of institutionalized industrial relations, they are crucial internal proponents of universalistic rule-application, which afford an opportunity for the non-particularistic articulation of interests. Equal treatment of employees seems to be a matter of course for works councils.
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Auszug
Arbeitsbeziehungen Und Sozialintegration in Industriebetrieben Mit Beschäftigten Deutscher Und Ausländischer Herkunft**
1. Einleitung
Untersuchungen zu den Sozialbeziehungen in Betrieben mit Belegschaften heterogener nationaler oder ethnischer Herkunft sind in Deutschland rar.1 Mehr noch gut dies für die Frage nach der Bedeutung der betrieblichen Arbeitsbeziehungen für die Interessenformierung und die betriebliche Sozialintegration in einem solchen Kontext. Dies mag eine Reihe von Gründen haben. Erstens nimmt offenbar auch die industriesoziologische Forschung erst mit einiger Verspätung zur Kenntnis, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Zweitens scheint das auf dem Feld der industriellen Beziehungen dominierende theoretische Konzept in der Konsequenz einer (methodologisch gewollten) Privilegierung von Interessen- gegenüber Anerkennungs fragen wenig geeignet, um Identitäts- und Herkunftsfragen anschließen zu können (vgl. ausführlich hierzu Schmidt 2005). In diesem Beitrag wird hingegen eine Perspektive gewählt, die sowohl soziale Interessenlagen wie Fragen der Anerkennung und der Identität als konstitutiv für die betrieblichen Sozial- und Arbeitsbeziehungen begreift. Drittens darf vor dem Hintergrund unserer eigenen Befunde angenommen werden, dass Herkunftsheterogenität in Betrieben auch deshalb geringe Forschungsbemühungen auf sich zieht, weil der wahrnehmbare Problemdruck durchaus begrenzt bleibt. Nun ist allerdings vor dem Hintergrund einer mitunter etwas aufgeregt daherkommenden öffentlichen Debatte über Parallelgesellschaften und Integrationsversagen, eine einigermaßen gelingende betriebliche Sozialintegration bei Herkunftsverschiedenen keineswegs eine Selbstverständlichkeit und verdient das Augenmerk der Forschung auch dann, wenn keine alarmierenden Zustände zu konstatieren sind, gilt es doch Fragen nach den Funktionsmechanismen und deren Stabilität aufzuwerfen.Die These, die hier empirisch gestützt werden soll, lautet: Gelingende betriebliche Sozialintegration bei Herkunftsheterogenität ist in Deutschland nicht zuletzt eine Funktion institutionalisierter, universalistischer industrieller Beziehungen, insbesondere der betrieblichen Arbeitsbeziehungen und einer nicht nach Herkunft differenzierten Interessenvertretung durch den Betriebsrat.2 Das deutsche System der industriellen Beziehungen privilegiert die Chancen der Interessendurchsetzung von Beschäftigten als Arbeitnehmer, d.h. in einem nach der sozialen Lage geformten Modell, gegenüber einer Interessenformierung nach ethnischer Herkunft3 oder anderen Unterscheidungsmerkmalen und stärkt damit auf der sozialen Lage basierende Identitätskonstruktionen sowie herkunftsübergreifende, wechselseitige Anerkennung im Arbe...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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