Private Governance in Der Spielzeugindustrie*: Voraussetzungen Und Strategien Zur Durchsetzung Einer Branchenvereinbarung
Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik › Band 10 Nr. 1, Januar 2009
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Private Governance in Der Spielzeugindustrie*: Voraussetzungen Und Strategien Zur Durchsetzung Einer Branchenvereinbarung
1. Branchenstandards durch Private Governance: Das Beispiel Sozialstandards in der Spielzeugbranche
Private Governance durch multinationale Unternehmen und über nationale Grenzen hinweg hat seit den 1990er Jahren stark zugenommen (vgl. Cuder, Haufler, Porter 1999; Haufler 2001; Fuchs 2004; Hall, Biersteker 2002; Nölke 2004; Wilkinson 2005). In der Politikwissenschaft wird Private Governance in ihren verschiedenen Formen, ausgeübt durch Non-Profit-Organisationen, Verbände und multinationale Unternehmen untersucht, deren gemeinsames charakteristisches Kriterium Entscheidungen betrifft, mit der Teilnehmer nicht nur sich selbst, sondern auch andere Akteure binden (vgl. Rudder 2008: 899). Insbesondere durch grenzüberschreitende Sozialstandards im Welthandel wurde eine Vielzahl von privaten Initiativen von einzelnen Unternehmen, Multistakeholderinitiativen, von Public Private Partnerships (einer Spielart von Private Governance) oder von ganzen Branchen auf den Weg gebracht. Der Öffentlichkeitswirksame Vorwurf von Nichtregierungsorganisationen und Methen, durch Sweatshop Arbeit zu profitieren, hat bei zahlreichen globalisierten Branchen und deren Marktführern zum Bekenntnis der Einhaltung von Mindeststandards und zum besseren Schutz der Arbeiter in Schwellen- und Entwicklungsländer geführt (vgl. Haufler 2001; Ro we 2004: 138). Bekannte Markenunternehmen und Verbände aus arbeitsintensiven, stark globalisierten Branchen, deren Vermarktung und Produktion ein starkes Nord- SüdGefälle ausweisen, haben sich Verhaltenskodizes gegeben, die dem Arbeitsschutz in Produktions statten thenen sollen. Obwohl es eine Vielzahl an Beispielen von Brachenvereinbarungen gibt,1 liegt es auch an der kontroversen Thematik, dass es keine Beispiele gibt, die einhellig sowohl von NGOs, Unternehmen, als auch Wissenschaft unterstützt werden.2Als typisches Beispiel für diese komplexe Problematik hinsichtlich Durchsetzung und Bewertung untersucht dieser Artikel die Rolle des Branchenkodex in der Spielzeugindustrie zur globalen Durchsetzung von sozialen Mindeststandards. In der Spielzeugindustrie betrifft soziale Unternehm ens ver antwortung durch Private Governance in erster Linie den Konsum entenschutz, d. h. die Branche muss sicherstellen, dass Spielzeug sicher und nicht gesundheitsgefährdend für Kinder ist. Bis zu den großen Rückrufaktionen führender Hersteller und Händler von Millionen von Spielzeugartikeln in 2007 und 2008 ging der Weltverband de...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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