Warum Väter Ihre Erwerbstätigkeit (Nicht) Unterbrechen. Mikroökonomische Versus in Der Persönlichkeit Des Vaters Begründete Determinanten Der Inanspruchnahme von Elternzeit Durch Väter**

Zeitschrift für PersonalforschungBand 24 Nr. 1, Januar 2010

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Auszug


Warum Väter Ihre Erwerbstätigkeit (Nicht) Unterbrechen. Mikroökonomische Versus in Der Persönlichkeit Des Vaters Begründete Determinanten Der Inanspruchnahme von Elternzeit Durch Väter**

1. Einfühning

Das Thema Elternzeit, insbesondere was die Beteiligung der Väter betrifft, boomt in den Methen: Wurde bislang die Vereinbarkeit von Beruf und Familie quasi per se als "Frauenproblem" interpretiert (siehe etwa Jungwirth 1999; Kasper/Meyer/Schmidt 2003), so wird heute insbesondere der väterliche Beitrag zur Kinderbetreuung diskutiert. Dabei ist dieses Thema nicht nur aus gesellschaftspolitischer Sicht von Interesse, sondern durchaus auch aus personalpolitischer Perspektive: So könnte die Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter erstens eine gleichmäßigere Übernahme familiärer Pflichten durch Mütter und Väter bewirken, so dass sich in der Folge die durchschnittliche Dauer familienbedingter Unterbrechungen der Berufstätigkeit insgesamt verkürzt und auf langfristige Amortisation ausgerichtete betriebliche Investitionen in das Humankapital der Mitarbeiter insgesamt weniger gefährdet sind. Zweitens ist davon auszugehen, dass die - betrieblich unterstützte - Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter mit positiven Produktivitätswirkungen resp. Kosteneinsparungen verbunden ist: Schmitz (2005) quantifiziert anhand einer Online -Um frage bei über 1 .000 Vätern die zusätzlichen Kosten, welche einem Unternehmen durch vollzeitbeschäftigte Väter entstehen, die ihre Arbeitszeit nach der Kindsgeburt weder reduzieren noch Elternzeit beanspruchen. Entsprechend zeigen Levine /Pittinsky (2002, 115), dass Väter, die in Elternzeit waren, eine höhere Zufriedenheit, Motivation und Produktivität am Arbeitsplatz aufweisen. Die höhere Produktivität mag dabei Ergebnis einer als zufrieden stellend und motivierend empfundenen Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein; sie mag jedoch auch darauf zurückzuführen sein, dass die in der beruflichen Auszeit erworbenen (u.a. sozialen) Kompetenzen des Vaters auch im Berufsleben förderlich sind (vgl. Köhler 2007).

Seit der Einführung des Elterngeldes zum 01 . Januar 2007 ist der Anteil der Väter in Elternzeit über das gesamte Jahr 2007 hinweg von rund vier auf zehn Prozent angestiegen (Bundesministerium für Familie, Soziales, Frauen und Jugend (BMFSFJ) 2008; BMFSFJ 2004, 20). Diese Zahlen zeugen zwar von einer rasanten Entwicklung, was die Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter anbelangt, dennoch bilden Väter in Elternzeit nach wie vor eine Minderheit. An diesem Punkt setzt der vorliegende Beitrag an und untersucht, welche Determinanten die Entscheidung eines berufstätigen Vaters beeinflussen, Elternzeit (nicht) in Anspruch zu nehmen. Dabei konzentrieren wir uns in unserem Beitrag einerseits ...

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