Wertorientierte Personalarbeit Zwischen Mythos Und Mikropolitik**

Zeitschrift für PersonalforschungBand 20 Nr. 2, April 2006

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Zusammenfassung


Under the influence of shareholder value philosophy and under pressure to justify themselves, human resource management professionals are searching for concepts to measure the effects of their decisions on shareholder value. However, the value-based performance measurement of human resource management practices faces considerable methodical problems. From an organizational theory perspective, this paper analyzes the reasons for the spread of these concepts despite remaining methodological objections. Thereby, the underlying perspective of organizational theory combines the analysis of rationalized myths with the examination of the interests of dominant actors and, for the purpose of this combination, draws on the idea of the duality of structure. Upon this theoretical background, the success of value-based human resource management practices proves to be the result of broad organizational integration. In this spirit, the formal structures of value-based performance measurement offer the chance to couple collective myths with individual interests in organizations.

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Auszug


Wertorientierte Personalarbeit Zwischen Mythos Und Mikropolitik**

1. Einleitung

Die wertorientierte Unternehmensführung (auch Shareholder-Value-Management) prägt die Unternehmensleitbilder dcr Aktiengesellschaften in den USA. In den 1990er Jahren verbreitete sie sich zunehmend in Europa und wird heute auch von den meisten Großunternehmen des deutschsprachigen Raumes aufgegriffen. Die Shareholder-Value-Perspektive sieht den generellen Zweck von Unternehmen in einer kontinuierlichen Steigerung des Marktwertes des Eigenkapitals (= Shareholder Value). Nicht selten wird die Ausrichtung aller betrieblichen Aktivitäten auf dieses ökonomische Oberziel der Eigentümerwertsteigerung als die zentrale "Existenzfrage für strategisch denkende und handelnde Großunternehmen" (Schellinger 2004, 95) verstanden. Gestützt auf Methoden der Investitions- und Finanzierungstheorie forcierte die Shareholder-Value-Orientierung zunächst im strategischen Management die Fokussierung auf ökonomisch-finanzielle Zielsetzungen (z.B. Hardtmann 1996, 58).

Dabei gerieten schließlich auch die Personalarbeit und die spezialisierten Personalbereiche unter einen (nochmals) intensivierten ökonomischen Legitimationsdruck, der sich zuvor bereits in den 1980er Jahren - insbesondere als Folge wirtschaftlich rezessiver Tendenzen - erhöht hatte (z.B. Scherm 2004, 66). Seither sind personalwirtschaftliche Maßnahmen und spezialisierte Personalbereiche vielfach darauf angewiesen, ihre positiven Wirkungen auf das Humankapital oder ihre Beiträge zum Unternehmenserfolg unter Rückgriff auf "objektivierte" und quantitativ-finanzielle Kriterien nachzuweisen (Bahnmüller/Fisecker o. J., 70; Eigler 1999, 232). Vor diesem Hintergrund richtet sich die Aufmerksamkeit der (Personal-)Praxis auf Konzepte zur wertorientierten Erfolgsbeurteilung der Personalarbeit und den Nachweis personalwirtschaftlicher Beiträge zur Eigentümerwertsteigerung (z.B. DGFP 2004; Weinberg 2004, 15).

Die Diskussion wertorientierter Methoden der Personalarbeit erfolgt teilweise kontrovers. Unternehmensberater und Praktiker verbinden damit nicht selten große Hoffnungen; gelegentlich finden sich jedoch kritische Stimmen, die insbesondere auf methodische Defizite hinweisen (z.B. Bahnmüller/Fisecker o. J., 71; Eigler 1999; Gertz 2004; Wolf/Zwick 2003). Diese fachliche Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen wertorientierter Personalarbeit ist unerlässlich. Sie verdeutlicht eine zunächst durchaus auffallende Diskrepanz zwischen der (noch?) begrenzten "methodischen Reife" des wertorientierten Performance Measurement in personalwirtschaftlichen Handlungsfeldern einerseits und dem dennoch hohen Interesse der Praxis an diesen Konzepten andererseits. Die Gründe für diese Diskrepanz erschließen sich vor allem dann, wenn man - neben den methodischen Einwänden - den organisationalen Kontext wertorientierter Personalarbeit und die Interessenstrukturen beteiligter Akteure berücksichtigt.

Es ist daher das Ziel des Beitrages, die zunehmende Diskussion und Verbreitung der Konzepte wertorientierter Personalarbeit in der Unternehmenspraxis aus einer organisationstheoretischen Perspektive zu an...

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