Zu Gast Beim Großen Genossen General

Auszug


Zu Gast Beim Großen Genossen General

Am 25. Februar 2008 drängten sich 75 Journalisten um den Abfertigungsschalter der Asiana Airlines auf dem Flughafen von Peking. Viele saßen hinter ihren Notebooks, schließlich würden sie in den nächsten 48 Stunden keinen Zugang zum Internet haben. Einige tigerten mit Handy am Ohr durch die Halle, wohl wissend, dass ihnen demnächst Telefon und Pass abgenommen werden würden. Die Reporter waren aus aller Herren Länder angereist, um ins verbotene Land zu fliegen, in die Stadt, deren Name nun auf den Bildschirmanzeigen aufleuchtete: Pjöngjang. Die meisten waren noch nie dort gewesen, einige hatten sich bereits wiederholt, aber erfolglos um eine Einreisegenehmigung bemüht. Plötzlich begannen Kameras zu klicken. Die 110 Mitglieder der New Yorker Philharmoniker näherten sich dem Schalter. Die Musiker, die statt Bordköfferchen ihre Instrumente hinter sich herzogen, hatten einen Tross von 25 Mäzenen um sich, die alle 50 000 Dollar bezahlt hatten, um die Philharmoniker nach Nordkorea begleiten zu dürfen.

Ich hatte das Orchester schon fast eine Woche lang auf seiner Asientournee begleitet. Peking, das einer gigantischen Baustelle glich, war die letzte Station vor Pjöngjang. "Ihre Teilnahme ist ein großes Privileg", hatte mir der PR-Chef der Philharmoniker, Eric Latzky, noch in New York erklärt. Wenn ich mit den Orchestermusikern (zu denen auch acht Künstler koreanischer Herk...

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