• Der Ostseerat. Eine völker- und europarechtliche Untersuchung

Verlag:
Saarbrücker Verlag für Rechtswissenschaften
Erscheinungsdatum:
2010-07-15
Autoren:

(Matthias Voelkel erwarb 1999 das Diploma in Legal Studies der University of Oxford. 2001 absolvierte er das erste juristische Staatsexamen in Heidelberg. In den folgenden Jahren war er Referent der Vorsitzenden des Haushaltskontrollausschusses des Europäischen Parlaments. 2006 folgte das zweite juristische Staatsexamen, 2008 die Promotion.)
ISBN:
9783861940098

Beschreibung:

Der 1992 gegründete Ostseerat ist ein komplexes organisatorisches Gebilde, das von einer flexiblen, eine genaue rechtliche Qualifikation bewusst vermeidenden Form der Zusammenarbeit geprägt ist. Im Laufe der Jahre haben seine Mitglieder den Ostseerat immer weiter institutionalisiert und politisch aufgewertet. Trotzdem stellt der Ostseerat auch heute noch keine internationale Organisation dar. Hierfür fehlen der völkerrechtliche Gründungsvertrag und die Ausstattung mit Völkerrechtsfähigkeit. Die Ansicht, dass ein Zusammenschluss durch allmähliche Institutionalisierung in die Völkerrechtsfähigkeit gleichsam hineinwachsen und so zu einer internationalen Organisation werden könne, ist abzulehnen. Dass die EG den Ostseerat, der in vielen in ihre Kompetenz fallenden Bereichen tätig ist, mitgegründet hat, ist zu begrüßen. Denn aus ihrer "treaty making power" muss stets auch die "policy making power" folgen. Zu kritisieren aus europarechtlicher Sicht ist aber, dass hierbei die Kommission gehandelt hat, ohne über ein Mandat des Rats zu verfügen. Ein solches wäre erforderlich gewesen.

MATERIAS: Europarecht, internationale Organisation, Institutionalisierung, Völkerrechtsfähigkeit, EU-Außenkompetenzen, EU-Mitgliedschaft in internationalen Organisationen