Urteil Nr. VIII ZR 146/18 des VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs, 07-12-2018

Datum der Entscheidung: 7. Dezember 2018
Emittent:VIII. Zivilsenat
 
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ECLI:DE:BGH:2018:071218BVIIIZR146.18.0
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
VIII ZR 146/18
vom
7. Dezember 2018
in dem Rechtsstreit
Nachschlagewerk: ja
BGHZ: nein
BGHR: ja
ZPO § 719 Abs. 2, § 712
a) Hat der zur Räumung einer Mietwohnung verurteilte Schuldner in der Berufungs-
instanz einen Vollstreckungsschutzantrag nach § 712 Abs. 1 ZPO nicht gestellt, ist
eine einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung nach § 719 Abs. 2 ZPO
durch das Revisionsgericht in der Regel ausgeschlossen (Bestätigung der Se-
natsbeschlüsse vom 1. April 2014 - VIII ZR 1/14, juris Rn. 5; vom 27. Februar
2018
- VIII ZR 39/18, WuM 2018, 221 Rn. 5; vom 26. September 2018 - VIII ZR 290/18,
WuM 2018, 726 Rn. 7).
b) Dies gilt auch dann, wenn das Berufungsgericht im Rahmen seines Ausspruchs
zur vorläufigen Vollstreckbarkeit rechtsfehlerhaft § 713 ZPO angewandt und eine
Abwendungsbefugnis nach § 711 ZPO nicht ausgesprochen hat. Denn diese ent-
fällt - anders als im Fall des § 712 Abs. 1 ZPO -, wenn der Gläubiger seinerseits
vor der Vollstreckung Sicherheit leistet, und schützt damit den Wohnraummieter
nicht vor dem (endgültigen) Verlust der Wohnung (im Anschluss an Senatsbe-
schlüsse vom 19. August 2003 - VIII ZR 188/03, WuM 2003, 637 unter II; vom 9.
August 2004 - VIII ZR 178/04, WuM 2004, 553 unter II 2 b; vom 18. Juli 2012 - VIII
ZR 107/12, WuM 2012, 510 Rn. 8; vom 27. Februar 2018 - VIII ZR 39/18, WuM
2018, 221 Rn. 9; Abgrenzung zu BGH, Beschlüsse vom 24. März 2003 - IX ZR
243/02, ZVI 2003, 279 unter II 1 a; vom 30. Januar 2007 - X ZR 147/06, NJW-RR
2007, 1138 unter II 2 a; vom 15. März 2007 - V ZR 271/06, WuM 2007, 545; vom
4. März 2009 - XII ZR 198/08, juris Rn. 4).
BGH, Beschluss vom 7. Dezember 2018 - VIII ZR 146/18 - LG Wuppertal
AG Solingen

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